Seth-NL 28: Tausendfach gewinnen - Mit dem Seth-Material zu Lebensfreude, Wohlsein und Zufriedenheit

Seth-NL 28: Tausendfach gewinnen - Mit dem Seth-Material zu Lebensfreude, Wohlsein und Zufriedenheit

Liebe Seth-Leserin, lieber Seth-Leser

In Sachen Seth hat sich Lynda Madden Dahl als hervorragende Autorin von Seth-Begleitlektüre inzwischen auch im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht. Ihre einfühlsame und entspannte Art und Weise, das manchmal sehr komplexe Seth-Material von Jane Roberts in ihre eigenen Worte zu übertragen, auf ihr eigenes Leben anzuwenden und so auf eine leichter verständliche Ebene zu bringen, begeistert viele Menschen.

Tausendfaches Flüstern - Das Seth-Material und die bewusste Erschaffung der eigenen Realität hat schon viele Leserinnen und Leser erfreut und bereichert. Hier einige Stimmen zu Tausendfaches Flüstern:

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"In diesem Buch werden die Seth-Themen aufgelockert und durch viele Anekdoten anschaulich verdeutlicht. Für jene, die sich den Wahrheiten von Seth nähern wollen, ist das Buch ideal."

"Im Gegensatz zum Original-Material sind die Gedanken und Geschichten luftig leicht aufzunehmen und machen deshalb neue fröhliche Lust auf das bewusste Spielen mit Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten im eigenen Leben."

"Ich bin dankbar, dass jemand diese (Seth-)Aussagen gebündelt und für den Leser aufbereitet hat . . . Jetzt bin ich froh, die Bücher von Lynda Madden Dahl gefunden zu haben, so kann ich praktisch die gesamten Aussagen von Seth in ein oder zwei Büchern zusammengefasst jederzeit auffrischen."

"Eines der besten Bücher, die ich zum Thema Seth je gelesen habe. Ich kann es nur weiterempfehlen, genau wie alle anderen Bücher der Autorin."

"Eine gut verständliche, informative und aufschlussreiche Aufarbeitung und Erklärung des Seth-Materials. Die dahinterstehende Seth-Philosophie wird leichter erklärlich, verständlich, greifbar und anwendbar. Wirklich lesenswert!!!"

(Alle Aussagen stammen von verifizierten Amazon-Käufern und -Käuferinnen)

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Die gleiche Begeisterung lösen auch die beiden Bände der 4-teiligen Reihe Lebe dein sicheres Universum von Lynda Madden Dahl aus, die bisher im Seth-Verlag erschienen sind.

Ganz besonders freut es uns daher, in diesem Frühling ein weiteres neues Buch von Lynda veröffentlichen zu können.

In wenigen Wochen wird

TAUSENDFACH GEWINNEN - MIT DEM SETH-MATERIAL ZU LEBENSFREUDE, WOHLSEIN UND ZUFRIEDENHEIT

als deutsche Erstveröffentlichung im Seth-Verlag erscheinen.

Robert F. Butts zum neuen Lynda-Buch:

". . . Ausgezeichnet . . . aufrüttelnd! In Tausendfach Gewinnen hilft uns Lynda, unsere kreativen Fähigkeiten bewusst zu bündeln, während wir uns mit den Geheimnissen des Lebens auseinandersetzen."

Außerdem bringt uns Lynda mittels überraschender Zitate einen weiteren großen Schriftsteller näher, der, wie Jane und Rob, in Elmira lebte und wirkte: Mark Twain.

In diesem Newsletter präsentieren wir Ihnen nun, liebe Leserin, lieber Leser, Kapitel 1 aus diesem umwerfenden Buch, das in Kürze als Printausgabe und Ebook erhältlich sein wird.

Mit herzlichen Frühlingsgrüßen aus der Südschweiz,
Maurizio Vogrig und Ursula Lang, Ihr Seth-Verlag


LESEPROBE AUS LYNDA DAHLS
TAUSENDFACH GEWINNEN

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Kapitel 1

 GOTTES NEUE KLEIDER

 Ich wusste, ich würde in keiner Philosophie auch nur einen einzigen Gedanken finden, der nicht schon durch meinen eigenen Kopf gegangen war und auch keinen einzigen Gedanken, der nicht schon durch die Köpfe von Millionen und Abermillionen von Menschen vor meiner Geburt gegangen war… 

Mark Twain

Als ich das Wagnis des bewussten Erschaffens einging, nahm ich an, dass mein Weg klar definiert sein würde. Ich würde einfach nur gewisse Techniken in meinen Alltag integrieren und – voilà! – ein neues Ich würde erscheinen, reich, schlank, fröhlich und glücklich. Und das wäre es dann. Was ich noch nicht begriffen hatte, war unsere innige Verbindung mit dem Universum oder die Interaktion unserer Ziele mit ihm.

Die Entscheidung, bewusstes Erschaffen auszuprobieren, stellt uns ganz klar vor die Tür zum Universum. Wenn sich unser Alltag nun entwickelt und Fragen auftauchen, öffnet sich die Tür und offenbart eine Welt, von der wir bis jetzt nur einzelne Blicke erhaschen konnten. Was als eine Reise durch das bewusste Erschaffen beginnt, wird zu einer Wanderung durch das Bewusstsein. Das muss so sein, nun verstehe ich es. Während wir danach streben, unser Leben zu verändern, indem wir die unserer Realität zugehörigen Prinzipien verwenden, lüften wir den Schleier der selbstauferlegten Ignoranz und blicken dem Universum ins Auge.

Unsere Leben sind nur geistig, und sie sind so getarnt, dass sie physisch erscheinen. Sie sind Teil des mentalen Gewebes von Bewusstsein, das buchstäblich das Universum konstruiert. Bewusstes Erschaffen wird zu einem Hineintasten in die tieferen Komplexitäten, die beinhalten, dass wir eine aus Gedanken konstruierte Realität bewohnen.

Dies führt uns auch näher zum Verständnis unserer Quelle. Wir müssen nicht spirituell sein, um bewusst zu erschaffen. Wir müssen wirklich nicht an irgendetwas glauben, außer an unsere Fähigkeit, dabei erfolgreich zu sein. Aber es fällt schwer, sich jemanden vorzustellen, der die Mühe so lange aushalten kann, ohne an etwas zu glauben, das über das Physische hinausgeht. Immerhin widersetzt sich der Prozess geradezu der Darwin’schen Theorie und geht weit über das Konzept eines eingeschränkten Selbst hinaus, das vom größten Teil der Welt akzeptiert wird. Wenn wir glauben, dass wir Erschaffer und Erschafferinnen sind, müssen wir uns schließlich einmal fragen, was hinter den Kulissen der bewussten Erschaffung geschieht. Unsere Überlegungen richten sich zunächst auf das Bewusstsein, das fürsorglich genug war, uns zu erschaffen.

Wenn wir in einer schmerzhaften Krise gefangen sind, ist es schwierig zu glauben, dass es eine Präsenz gibt, die sich um uns sorgt. Aber natürlich gibt es sie. Wir können sie nennen, wie wir wollen: Alles-Was-Ist, Universum, Gott, wie auch immer. Es ist ein liebevolles Bewusstsein, aus dem alles andere entspringt. Von Welten bis zu Würmern, alles wurde von ihm als Ausdehnung seiner selbst erschaffen. Jeder Mensch ist eine einzigartige Verkörperung seiner liebevollen Gegenwart, ein Teil von ihm, der sich in physischer Realität offenbart. Unsere schöpferischen Fähigkeiten, unser Erbe, entspringen daraus. Denn wenn wir ein wesentlicher Bestandteil des Bewusstseins von Allem-Was-Ist sind, haben wir doch sicherlich auch an seinen Eigenschaften teil.

 
Der Katalysator namens Tod

 Als ich den vorherigen Absatz fertig geschrieben hatte, dachte ich, wie leicht die Worte nun dahinflossen und mir damit aufzeigten, wie weit ich gekommen war. Ich wuchs als Kind in einer fundamentalistischen christlichen Religion auf und wechselte in meinen Jugendjahren zu den Methodisten. Ich hatte das konventionelle Verständnis von Gott oder meine Beziehung zu ihm nie ernsthaft in Frage gestellt. Mein Umfeld teilte mein Glaubenssystem, und somit waren alle Polster vorhanden, um mich behaglich und bequem dort drin zu behalten.

Meine Welt zerschellte, als meine Mutter und mein Vater nur wenige Monate nacheinander starben. Plötzlich konnte ich nicht mehr verstehen, wie ein liebender Gott meine Eltern ein Leben voll stiller Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit hatte leben lassen und sie dann so beiläufig aus unserer Familie entfernen konnte. Ich versuchte alles Mögliche, um meine Realität in das von der Kirche gemalte Bild einzupassen, aber ich fand keine Leinwand, die beidem Platz geboten hätte.

Ich glaubte nicht mehr länger an diesen Gott, und da es keine andere offizielle Kennzeichnung gab, der ich folgen wollte, ließ ich das Thema fallen. In den folgenden sechzehn Jahren beschäftigte ich mich mit Familie und Karriere und verschwendete keine ernsthaften Gedanken daran, ob ein Gott existierte oder nicht. Aber im November 1980 wurde auf schockierende Weise offenbar, dass der Konflikt keineswegs gelöst war.

Ich nahm an einer großen Computerkonferenz in Las Vegas mit ungefähr zwanzig anderen Direktoren unserer Firma teil. Wir wohnten im MGM Grand Hotel, als eine schreckliche Feuersbrunst ausbrach, der vierundachtzig Menschen zum Opfer fielen, einschließlich einer unserer Direktoren, seiner Frau und einer unserer Zwischenhändler, und die Tausende physisch und psychisch verletzte.

Ich war eine halbe Stunde vor dem Klingeln meines Weckers aus einem tiefen Schlaf aufgewacht. Ich schimpfte mit mir, weil ich meine geplante Schlafenszeit nicht eingehalten hatte, lief im Nachthemd im Hotelzimmer umher und fühlte mich desorientiert. Plötzlich hörte ich gedämpfte Schreie und ein Herumrennen in den Fluren. Etwas krachte gegen meine Tür. Ich lief auf sie zu und öffnete sie vorsichtig, in der Erwartung, irgendeine handgreifliche Auseinandersetzung zu sehen. Der dichte Rauch und die Menschen in Panik erreichten mein Gehirn zuerst, dann die Rufe: „Feuer, Feuer”! Und dann ein Adrenalinstoß. Ich packte einen Regenmantel, ein paar Pantoffeln und meine Tasche und rannte in den Flur. Wohin sollte ich gehen, nach rechts oder links? Wo sind alle die Leute hin? Oh mein Gott, der Rauch ist dichter, als ich glaubte. Kann ich noch länger atmen? Ich muss einen Ausgang finden! Oh lieber Gott, wohin soll ich gehen?

Ich erreichte das Treppenhaus auf Händen und Knien, weil in Bodennähe der Rauch weniger dicht schien und ich deutlicher sehen konnte. Dann floh ich im Treppenhaus die vierzehn Stockwerke hinunter, voller Angst, dass das Feuer jederzeit die Wände durchbrechen würde. Andere rannten mit mir zusammen, ungeachtet ihrer eigenen spärlichen Bekleidung, viele waren von Ruß geschwärzt. Schreckerfüllt rannte ich durch die Haustür in den kühlen Wüstenmorgen hinaus und stolperte auf die Straße. Alle diejenigen, die ohne Hilfe der Feuerwehr hinausgelangen konnten, waren nun draußen. Die übrigen Menschen, die laut aus ihren Fenstern und Balkonen schrien, blieben, wie es sich herausstellte, mehrere Stunden lang gefangen.

Aus verschiedenen Gründen hatte die Feuerwehr Schwierigkeiten, das Feuer und den Rauch unter Kontrolle zu bekommen. Schnell verbreitete sich bei uns draußen das Gerücht, dass es nur wenige Überlebende im Hotel geben würde. Mein Schock wurde noch größer, als ich erfuhr, dass es nur eine Handvoll Leute von meiner Firma ins Freie geschafft hatten. Der endgültige herzzerreißende Schlag traf mich, als ich ins zwölfte Stockwerk hinaufblickte und einen lieben Freund und seine Frau auf dem Balkon sah, während hinter ihnen der Rauch aus der Balkontüre herausquoll.

Ich blickte stumm hinauf, während mein Freund ein sehr dünnes Seil am Balkon festknüpfte und es am Geländer vertäute. Als er mit der Absicht, sich auf den unteren Balkon abzuseilen, sein Bein darüber schwang, begann ich zu schreien: „Nein, nein, oh mein Gott, nein!” Ich bin sicher, dass er mich in all dem Chaos nicht hören konnte, aber er änderte seine Meinung und zog sich wieder zu seiner Frau hinauf. Dann geschah etwas, das ich nie vergessen werde, weil es eine neue Beziehung zwischen Gott und mir entstehen ließ. Sie sanken auf ihre Knie und beteten.

Ich war fassungslos. Mein Verstand drehte sich im Kreis mit Fragen, die meisten davon waren sarkastisch. Wer war dieser Gott, zu dem sie beteten, dieser Gott, der dabei war, ihre beiden kleinen Kinder Waisen werden zu lassen? Beteten sie, um gerettet zu werden? Hatten diejenigen, die bereits im Feuer umgekommen waren, zum gleichen Gott gebetet, aber ohne so gute Resultate? Wenn ihr Gott allmächtig genug war, um sie zu retten, warum hatte er dann überhaupt ein Feuer erlaubt? War das ein liebevoller und gütiger Gott oder ein Gott, den man fürchten und dem gegenüber man sich schützen musste?

Wut stieg in mir auf über diesen Wischiwaschi–Gott, dem so viele Menschen vertrauten, auch wenn eine Katastrophe nach der anderen ihr Leben durchzog; wenn es sogar offensichtlich war, dass sie auf sich allein gestellt waren und der einzige Friede, den Gott ihnen gewähren würde, der Tod nach dem Leben sein würde. Aber bete nur weiter, Baby, und wenn die Dinge sich bessern, dann sag dem lieben Gott schön danke. Wenn nicht, na ja, dann wollte es der liebe Gott wohl so haben. Akzeptiere es einfach und leide stillschweigend, aber wende dich nicht von ihm ab. Und außerdem – wohin könntest du denn schon gehen?

Meine Freunde überlebten; ich wütete weiter. Ich nahm in einer Art Zornesstarre an den Beerdigungen unserer Kollegen teil, voller Zynismus über die Worte der Priester und Seelsorger, derart wütend, dass nachher sogar ein harmloser Besuch an einem Andachtsort psychisch unmöglich für mich wurde. Ich betrachtete alle Gläubigen mit Verachtung. Sie wurden zu Dummköpfen, blind vor Angst, weil sie trotz aller Hoffnungslosigkeit hofften, dass dort oben jemand war, der sich wirklich um sie kümmerte. Sie wurden zu Schwächlingen, die sich an die Halme der Illusion klammerten.

Meine beste Freundin, Leta, dachte ähnlich wie ich. Wir glichen uns wie ein philosophisches Ei dem anderen. Wir waren jene neue Sorte Frauen, heiß auf Karriere und auf Neuland, das vorher nur Männern gehört hatte; wir zogen Kinder auf und liebten Männer, und es ging uns großartig. Bis wir herausfanden, dass Leta todkrank war und bald sterben würde.

Es war Krebs und es dauerte eine Weile, mit ein wenig Hoffnung hie und da, aber ohne Begnadigung in letzter Minute durch einen liebevollen Gott. Mit ihrer durch Medikamente ersetzten Lebendigkeit kam sie zum Sterben nach Hause, aber ihre scharfe Intelligenz weigerte sich, sich der Zerstörung zu beugen – es zerriss mein Herz. Wenn man daran glaubt, dass der Tod alles vernichtet, gibt es wenig Trost zwischen den Lebenden und den bewusst Sterbenden. Leta war cool und stark, wie immer, aber keine von uns beiden konnte die Trostlosigkeit aus unseren Augen verbannen. Ich verließ sie an diesem letzten Tag, ausgelaugt und besiegt. Ich wütete nicht mehr länger mit Gott. Es brauchte zu viel Energie.

 
Wissenschaft trifft Metaphysik

 Leta starb im Herbst 1983. Es war im Frühling 1984, als ich den „Fehler” machte, der mein Leben veränderte, damals, als ich mein erstes metaphysisches Buch in die Hand nahm. Der Tod meiner Eltern vor zwanzig Jahren katte keinen Sinn ergeben, als ich an Gott glaubte. Letas Tod hatte noch weniger Sinn ergeben, als ich nicht mehr an Gott glaubte. Was ich brauchte, war eine umfassendere Definition von Allem–Was–Ist, eine, die Gottes stereotypisches Gewand in Kleider der Realität verwandelte und der Existenz einen Sinn verlieh. Meine Erleuchtung kam aus zwei Quellen: der Metaphysik und, erstaunlicherweise, der Wissenschaft.

Obwohl die meisten Wissenschaftler sich ziemlich weit hinter denjenigen von uns befinden, die mit Bewusstsein experimentiert und es erforscht haben, gibt es zunehmend auch Stimmen, die das, was wir als wahr erkennen, auch beglaubigen. Es sind dies die Wissenschaftler, die sich mit der „neuen” Physik beschäftigen. Sie haben sich mit der alten Garde der Physiker angelegt, und stellen genau diejenigen Annahmen in Frage, auf denen sich die Wissenschaft begründet.

Die klassische Physik behauptet, dass das Universum aus Raum, Zeit, Materie und Kräften besteht. Sie sagt, dass der Betrachter separat vom Betrachteten ist. Das heißt, der Mensch steht abseits von seiner Außenwelt, ohne offensichtliche Verbindung, und wirkt nur durch Kräfte auf sie ein, die durch Raum und Zeit reisen. Während Jahrhunderten wurde diese Vorstellung als die festgelegte Art und Weise angepriesen, aufgrund der das Universum funktioniert, und alle Forschungen und Theorien haben sich daraus entwickelt.

Nun sagen jedoch einige Wissenschaftler, dass dem nicht so ist. Der Physiker John Bell hat 1964 das Bell-Theorem in die Physik eingeführt. Es besagt, dass es eine Verbindung zwischen allen Punkten des Universums gibt. Unterstützt durch experimentelle Beweise gewinnt nun die Vorstellung, dass nichts separat voneinander existiert, immer mehr an Akzeptanz. Alles ist scheinbar synchron in einem multidimensionalen Netzwerk miteinander verbunden.

Albert Einstein hat gesagt, dass, obwohl Raum und Zeit in unserer Alltagserfahrung voneinander getrennt erscheinen, sie tatsächlich das Gleiche sind: Sie sind ein Kontinuum. Der Physiker David Bohm, ein Protegé von Einstein, führt diese Aussage noch einen Riesenschritt weiter, indem er erklärt, dass alles im Universum ein Kontinuum ist, ein ungebrochenes Ganzes. Die sich entwickelnde Auffassung einiger Physiker besteht nun darin, dass das gesamte Universum – Raum, Zeit, Materie und Kräfte – aus Bewusstsein hervorgeht, das ein Lichtfeld ist. Alles wird aus Bewusstsein oder Licht gewoben. Materie bewegt sich als eine sich ständig verwandelnde Energie, fokussiert in nicht–festen Formen. Licht, so sagt man, ist nicht linear und reist nicht durch Zeit und Raum, wie das ursprüngliche Theorien behaupten. Tatsächlich gibt es keine Zeit und keinen Raum, weil Licht oder Bewusstsein diese Charaktermerkmale von Natur aus nicht haben. Es gibt einfach nur einen kontinuierlichen Moment, der umgeben ist von der Illusion von Raum, Zeit und Materie.

Ursprünglich wurde ebenfalls geglaubt, dass es ein physikalisches Zentrum des Universums gibt, das durch Berechnungen bestimmt werden kann. Nun sagen die Wissenschaftler, dass das Zentrum des Universums an dem Punkt ist, von dem aus die Messung erfolgt. In anderen Worten: Das Zentrum des Universums ist überall. Ein Stern, der eine Milliarde Meilen von der Erde entfernt ist, ist das Zentrum des Universums, genau so, wie das unser Wohnzimmer ist. Und wohin dehnt sich das Universum aus oder von wo aus erschafft es? Von seinem Zentrum aus, sagen die Wissenschaftler.

Lassen Sie uns nun von dieser Neudefinition des Universums aus eine umfassendere Definition von uns selbst hochrechnen. Wenn Bewusstsein alles ist, was ist, sind wir Bewusstsein. Wenn Bewusstsein Licht ist, sind wir Licht. Wenn es keine Materie gibt, ist feste Form Illusion. Wenn es keine Zeit gibt, leben wir in einem andauernd gegenwärtigen Moment. Wenn es keinen Raum gibt, sind wir miteinander verbunden. Wenn das Zentrum des Universums dort ist, wo auch immer es untersucht wird, sind wir das Zentrum des Universums. Wenn das Universum sich ausdehnt und aus seinem Zentrum heraus erschafft, dehnen wir uns aus und erschaffen aus unserem Zentrum heraus.

Anders ausgedrückt: Wir sind aus Licht aufgebautes Bewusstsein, gewoben aus dem Ganzen oder aus Allem–Was–Ist. Wir sind eins. Was wir um uns herum wahrnehmen ist Illusion, die wir aus unserem Zentrum heraus im gegenwärtigen Moment erschaffen.

Und natürlich liegt hier der Unterschied zu den meisten Religionen, sowie zur traditionellen Wissenschaft und der Metaphysik. Die ersten beiden betrachten den Menschen als abgeschnitten, von seinem Schöpfer oder von seinem Ursprung abgetrennt; die Metaphysik betrachtet den Menschen als ganzheitlichen Teil des Bewusstseins, das ihn erschuf, mit den gleichen Charaktermerkmalen wie jenes Bewusstsein. Die Metaphysik sagt, dass wir in der Körperlichkeit erscheinen oder auftauchen, aus der Energie unseres größeren Selbst oder unserer Wesenheit heraus, die eine Ausdehnung der Energie von Allem–Was–Ist ist. Ein Kontinuum des Ganzen mit keiner wirklichen Abtrennung, trotz dem, was unser Verstand wahrnimmt – oder eben nicht.

 
Funken vom Geist Gottes

 Als meine Tochter etwa elfjährig war, liebte sie die Bücher von Judy Blume. Eines davon, Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret, war ihr Lieblingsbuch. Nicht alle waren begeistert, wie sich herausstellte. Einige hatten das Gefühl, dass der Titel einen außerordentlichen Mangel an Ehrfurcht und Demut gegenüber Gott zeigte und versuchten erfolglos, das Buch aus der Schule zu verbannen. Vielleicht hatte Gott ihnen persönlich gesagt, dass ,Er’ sich darüber ärgerte, von der jungen Margaret derart entehrt zu werden, weil diese nicht höflich genug war, ,Ihn’ mit gebeugtem Kopf und mit bebenden Lippen anzuflehen. Sicher war es so, denn warum sonst würde man annehmen, Gott könnte sich nicht über unsere Gefühle behaglicher Vertrautheit freuen? Warum sonst würde man darauf beharren, ,Ihn’ so hoch oben auf dem allerheiligsten Podest zu behalten, so dass sich die Kommunikationslinien aufgrund der riesigen psychischen Distanz zwischen uns auflösten?

Wir leisten Gott einen gewaltigen Bärendienst, wenn wir ihn - oder sie - als von unserer Welt abgetrennt betrachten, dort draußen irgendwo; als ein Wesen, das auf sein gefallenes Volk herunterblickt, dessen Taten beurteilt und je nachdem bestraft oder belohnt. Solange wir uns weigern, dieses veraltete und altmodische Konzept von Allem–Was–Ist neu zu definieren, können wir die physische Realität nicht wirklich mit der Tiefe und in dem Umfang erleben, wie das unser Geburtsrecht ist. Gott ist buchstäblich Alle-Was-Ist, deshalb ist Gott innerhalb unseres Realitätssystems, innerhalb von uns.

Das ist eine großartige Nachricht für uns, denn von dort stammen unsere kreativen Fähigkeiten. Wir sind Funken vom Geist Gottes, erfüllt von der Macht zu erschaffen, weil wir als Teil von Allem–Was–Ist seine Charaktermerkmale teilen. Eines unserer Ziele während unserer physischen Realität besteht darin, uns bewusst unserer Macht gewahr zu werden, damit wir lernen können, sie klug, wirkungsvoll und mit Freude anzuwenden.

Manchmal scheinen wir auch Fehler zu machen, uns selbst Krankheit, Trauer und Trostlosigkeit zu bringen, aber durch das Beobachten unserer Schöpfungen lernen wir, wie wir unsere Fähigkeiten besser brauchen können. Wir überprüfen unsere inneren Fortschritte und unser Wachstum, indem wir die physische Verkörperung unserer Werke sehen. Wie auch immer diese Manifestation unseren physischen Augen erscheint, so ist sie, sogar wenn sie eine Tragödie oder etwas Schreckliches darstellt, doch immer noch eine kreative Leistung, die von der Macht zeugt, die nötig war, um sie zu verkörpern. Seth sagt es am besten:

Krankheit und Leid werden nicht von Gott oder von Allem–Was–Ist oder von einer äußeren Kraft auf euch geworfen. Sie sind ein Nebenprodukt des Lernprozesses, von euch erschaffen und für sich allein gesehen völlig neutral. Andererseits werden eure eigene Existenz, die Realität und Natur eures Planeten, die ganze Existenz, in der ihr diese Erfahrungen macht, ebenfalls von euch erschaffen… Krankheit und Leid sind die Resultate einer fehlgeleiteten kreativen Energie. Sie sind jedoch ein Teil der kreativen Kraft. Sie stammen nicht aus einer anderen Quelle als zum Beispiel Gesundheit und Vitalität. Leiden ist nicht gut für die Seele, außer ihr lernt daraus, wie das Leiden gestoppt werden kann. Das ist sein Zweck.

Hier war nun endlich ein Konzept, das einen Sinn ergab. Unser Leben ist das Resultat einer enormen kreativen und höchst fokussierten Energie. Wir sind die primären Gestalter der Ereignisse, die wir ausgewählt haben, um an ihnen teilzunehmen. Wir sind verantwortlich – nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch – für unsere Erlebnisse, individuell und als Menschengeschlecht.

Ich konnte nun den Schmerz und die Tragödie, die unsere Welt umgeben, betrachten und sie verstehen. Aber ich wusste auch, dass dort, wo wir Armut sehen, sie in Wohlstand verwandelt werden kann; wo wir Krankheit sehen, sie in Gesundheit verwandelt werden kann; wo wir Krieg sehen, er in Frieden verwandelt werden kann – denn das, was wir erschaffen, können wir auch rückgängig machen. Ich konnte die Struktur und die Gründe innerhalb unseres Universums sehen, und ich fühlte mich befreit.

Wenn wir Gott neu definieren, definieren wir zwangsläufig auch uns selbst. Wenn Gott sich von unserem archaischen Angelhaken befreit und zurück ins Meer der Realität entschlüpft, wird die Großartigkeit unserer eigenen Rolle offenbar. Bei diesen Worten sollten Trompeten erschallen und Trommeln wirbeln: Wir sind kleine Götter, mit der Macht des Erschaffens in unseren Fingerspitzen!

 Unsere Welt steht Kopf und dreht sich von innen nach außen bei dieser Aussage. Alle alten Regeln ändern sich. Wir bewegen uns auf eine neue Betrachtungsart der Realität zu, mit frischem Verständnis und wunderbaren Werkzeugen, um unser Leben neu zu formen und neu zu bauen. Unserer Zivilisation wird ein Geschenk angeboten, und wenn es angenommen wird, bricht eine neue Morgendämmerung an!

(c) Seth-Verlag, 2016

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