Seth-NL 11: Signifikanzen und Traumrealitäten

Seth-NL 11: Signifikanzen und Traumrealitäten

Liebe Seth-Leserinnen und -Leser

In den zahlreichen Seth-Büchern gibt es so viele Themen, dass die geballte Ladung an Informationen nur wirklich aufnehmen kann, wer die Lektüre des Seth-Materials beinahe wie ein Studium betreibt, indem er oder sie die Texte immer und immer wieder liest und verinnerlicht und, was am wichtigsten ist, versucht, Seths Konzepte im eigenen Leben umzusetzen.

Grob lässt sich das Seth-Material in zwei Themenbereiche aufteilen: Bereich Eins umfasst alle Themen, welche die Welt und ihre Entstehung, den Sinn des Lebens, das wahre Wesen der Reinkarnation, die Bedeutung der geräumigen Gegenwart, die Simultaneität aller Zeiten oder auch den Tod und andere Realitätsebenen beschreiben. Themen also, welche die Grundlage für Bereich Zwei bilden, der ganz konkret auf die aktuelle physische Camouflage-Realität ausgerichtet ist und in welchem Seth aufzeigt, wie jeder Mensch über die Fähigkeit verfügt, seine persönliche Realität auf bewusste Weise zu gestalten, um so planlose, nicht bewusst erschaffene Erlebniswelten so gut wie möglich zu vermeiden und zu einem erfüllteren Leben zu finden.

Um an den Punkt einer wirklich bewusst erschaffenen persönlichen Realität zu gelangen, reicht es nicht, gebetsmühlenartig positive Visualisierungssätze herunterzuleiern. Vielmehr braucht es ein Verstehen darüber, wie die Realität überhaupt funktioniert und welche Mechanismen und Vorgänge sie steuern.

Wie Lynda Madden Dahl bereits in Tausendfaches Flüstern bewiesen hat, gelingt es ihr auf eindrückliche Weise, auch schwierigere Seth-Konzepte so darzustellen, dass sich die zahlreichen Verstehensfunken, die sich jeder Leser und jede Leserin im Laufe der eigenen Lektüre des Seth-Materials angesammelt hat, zu Verstehensblitzen verbinden, die einen mit großen Schritten näher an das Ziel der bewussten Erschaffung der persönlichen Realität bringen.

In ihrem neuen Buch Lebe dein sicheres Universum, Band 1, begleitet uns Lynda nun weiter auf dem Weg zum Verständnis von Seths Lehren, und sie geht hierbei auch auf Themen ein, die zwar sehr wichtig, aber gerade aufgrund ihrer Komplexität beim eigenen Lesen vielleicht nur gestreift werden. Ein Beispiel hierfür sind die so genannten Signifikanzen, über die Seth in Die Natur der Psychespricht. Diesen Signifikanzen widmet Lynda Kapitel 4 ihres neuen Buches, das wir hier als Leseprobe präsentieren.

Lebe dein sicheres Universum besteht aus insgesamt drei Bänden, in denen Lynda verdeutlicht, dass wir primär Bewusstsein sind, das in der geräumigen Gegenwart existiert, und nicht in erster Linie das Ego, das in der physischen Camouflage-Zeit lebt, und sie zeigt auf, warum diese Tatsache die Spielregeln des Lebens völlig verändert.

Mit ihrem Projekt Lebe dein sicheres Universum richtet sich Lynda Madden Dahl ganz gezielt an Menschen, die das Seth-Material bereits etwas kennen und mit den Grundkonzepten der Seth-Philosophie schon einigermaßen vertraut sind. Band 1 erscheint in wenigen Wochen im Seth-Verlag.

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Ein wichtiger Teil von Jane Roberts' schriftstellerischem Werk umfasst ihre Gedichte. In den Seth-Büchern, aber auch in ihren "eigenen" Büchern finden sich immer wieder Kostproben. Außerdem wurden von Prentice-Hall zwei Gedichtbände veröffentlicht, die einen hervorragenden Einblick in ihr dichterisches Schaffen bieten. In diesem Newsletter zeigen wir einige Beispiele von Janes Poesie.

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Dass die Traumrealität genauso wirklich und wichtig wie unsere physische Realität ist, bespricht Seth an vielen Stellen in seinen Büchern. Auch in den ASW-Klassen von Jane Roberts kam das ThemaTräume immer wieder zur Sprache. In der Regel schaltete sich Seth mit einem Kommentar ein, nachdem sich die KlassenteilnehmerInnen selbst darüber unterhalten hatten, entweder um Sachen richtigzustellen oder um bestimmte Aspekte noch weiter auszuführen. Was Seth an einem ASW-Klassenabend in der West Water Street 457 in Elmira über Traumrealitäten zu seinen StudentInnen zu sagen hatte, erfahren Sie am Ende dieser Newsletter-Ausgabe.
 

In diesem Newsletter finden Sie also folgende Beiträge:

1. Lynda Madden Dahl: Lebe dein sicheres Universum, Kapitel 4

2. Jane Roberts - Gedichte

3. Seth über Traumrealitäten

Mit den besten Grüßen,
Maurizio Vogrig und Ursula Lang, Ihr Seth-Verlag


LEBE DEIN SICHERES UNIVERSUM - EIN BUCH FÜR SETH-LESER

KAPITEL 4

SIGNIFIKANZEN

"Jedes Bewusstsein prägt das Universum auf seine eigene Art. Schon seine Existenz erzeugt eine Art Bedeutung, in deren Licht der Rest des Universums gedeutet wird. Das Universum erkennt sich selbst durch solche Signifikanzen."

Seth, Die Natur der Psyche, Sitzung 788

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Wie Sie inzwischen wissen, ist eine der Absichten dieses Buches zu helfen, unsere Definition des Selbst neu zu bestimmen oder zu erweitern. Und es ist nicht etwa nur eine interessante, aber letztlich undurchführbare Übung, die wir machen. Wir versuchen, ein sicheres Universum zu leben, richtig? Definitionsgemäß legt dies nahe, dass wir Möglichkeiten finden, die Häufigkeit, Kraft und Dauer planloser und unerleuchteter Konstruktionen in unseren individuellen Camouflage-Realitäten stark zu verringern und das Erleben erfreulicherer Ereignisse zu verstärken. Aber wenn wir weiterhin bereit sind, uns selbst als in Ursache und Wirkung der linearen Zeit gefangen zu sehen, dann entgeht uns der Schlüssel zur Freiheit.

Unser Plan sieht daher so aus, dass wir uns sozusagen von oben nach unten arbeiten. Wir beginnen also nicht mit unserem vermeintlichen Platz in der linearen Zeit als unserer Grundlinie und der damit einhergehenden unhinterfragten Akzeptanz von Ursache und Wirkung, um dann zu versuchen, innerhalb der Verzerrungen, die sich durch jenen so festen Glauben ergeben und der Ohnmacht und Hilflosigkeit, die ihn oftmals begleiten, ein sicheres Universum zu erschaffen. Wir werden vielmehr versuchen, das Selbst neu zu definieren, indem wir dort beginnen, wo das Selbst beginnt – bei Allem-Was-Ist –, um uns dann „hinunter“ zur Camouflage-Realität statt uns von ihr aus nach „oben“ zu arbeiten, um so unsere präzisen, wenn auch nur selten anerkannten Fähigkeiten als Bewusstsein zu erkennen. Und warum sollten wir diese nicht unbedeutende Aufgabe auf uns nehmen? Weil wir uns so davon befreien, uns als in Camouflage-Beschränkungen verstrickt zu sehen, die für die Frage, wie sich Schöpfung ereignet, keinerlei Bedeutung haben – außer wir glauben ihnen. Wir werden stattdessen das größere, viel belebendere und exaktere Bild des Selbst sehen und übernehmen.

Im vorhergegangenen Kapitel war die geräumige Gegenwart das Thema, und Sie erinnern sich, dass Seth gesagt hat: „In der geräumigen Gegenwart… existiert alles, was jemals existiert hat, noch immer, und alles, was in eurem Morgen existieren wird, existiert dort bereits jetzt.“ Und behalten Sie im Gedächtnis, dass sich alle Aktion in der geräumigen Gegenwart ereignet und dort verbleibt; und dort ist es auch, wo wir weilen, indem wir selbst Aktion sind, und wo wir unsere physischen Camouflage-Realitäten erschaffen und erleben.

Okay, wir begreifen, dass die geräumige Gegenwart alles umfasst, was jemals existiert hat oder jemals existieren wird, und wir begreifen auch, dass Seth gleichzeitig für alles Bewusstsein spricht, also nicht eine geräumige Gegenwart für Sie und eine für mich, mit einem ordentlichen Paket persönlicher Möglichkeiten in jeder von ihnen. Jetzt fügen wir noch einen weiteren der vielen Grundpfeiler hinzu, die man im Seth-Material finden kann, und zwar folgenden: Es gibt in der Schöpfung kein Chaos – alles geschieht mit Absicht und mit einem Ziel.

Was uns schließlich zu folgender Frage führt: Wie kann ein Bewusstsein eine Auswahl von Ereignissen zu sich hinziehen, die es in seinem gegenwärtigen Seinszustand erleben kann, Ereignisse, die seinen Absichten entsprechen – so ergebnisoffen sie auch sein mögen –, wenn doch die geräumige Gegenwart von den unendlichen Aktionen allen Bewusstseins überspült wird? Die Antwort ist, dass in die geräumige Gegenwart ein System von größter Wichtigkeit eingebaut ist, und zwar als ihr organisierender Arm. Ein System, das jedes Bewusstsein hin zu dessen persönlichen, es bestimmenden Parametern für ein gegebenes Leben zieht.

Und worum handelt es sich bei diesem universellen göttlichen System, das Alles-Was-Ist nutzt, um in seinen Schöpfungen Ordnung zu halten? Es handelt sich um Signifikanzen.


Die führende Hand der Signifikanzen

In Die Natur der Psyche, Sitzung 788, sagt uns Seth: „Egal unter welchem Namen oder in was für einer Manifestation auch immer – das Universum erhält seine Realität durch die geordneten Abfolgen von Signifikanzen.“ Und: „Ihr prägt das Universum aufgrund eurer eigenen Signifikanz, und indem ihr diese als Fokus benutzt, saugt oder zieht ihr aus ihm jene Ereignisse zu euch hin, die euren einzigartigen Absichten und Bedürfnissen entsprechen.“ Und: „Jedes Bewusstsein ist mit Kreativität ausgestattet … indem es seine eigene Signifikanz als Brennpunkt benutzt, um aus dem Universum alle möglichen Ereignisse in seine Erfahrungswelt hineinzuziehen.“

Anders gesagt, handelt es sich bei Signifikanzen um ein Werkzeug, das vom Bewusstsein benutzt wird, um die geräumige Gegenwart zu organisieren, indem es von einem unvorhersehbaren Aktionsfeld einen vorhersehbaren Aktionsbereich bestimmt, der ihm zugänglich ist. Obwohl es viele Möglichkeiten gibt – große und kleine –, um das Universum in vorhersehbare Aktionsbereiche zu organisieren, zeige ich Ihnen hier ein Beispiel:

Ich bin ein Bewusstsein, das sich entschied, als hellhäutige Frau geboren zu werden, die im Amerika des 21. Jahrhunderts lebt („Ich“ gemeint als die gegenwärtige Persönlichkeit und – wie später im Buch – ihr inneres Selbst). Ich entschied mich vorgeburtlich für diese Situation, und zwar mit großer Absicht und Zielgerichtetheit hinter meinen Entscheidungen, und ich entschied mich auch für bestimmte Persönlichkeits- und Charaktereigenschaften. Diese bewussten Entscheidungen agierten dann als Signifikanz-Magnete in der geräumigen Gegenwart, die meinen Bereich möglicher Aktionen bestimmten. Logischerweise bedeutet das, dass es Signifikanzen gibt, die mit dem, was ich in dieser ganz bestimmten Existenz erleben möchte, nicht übereinstimmen. Die von mir anfänglich gewählten Signifikanzen, die weitgehend die Möglichkeiten bestimmen, die ich in diesem Leben erfahren kann, bilden also das Bezugssystem für die mir möglichen Entscheidungen und Alternativen.

Aber Seth sagt noch mehr über Signifikanzen, indem er uns darlegt, dass sie nicht nur das größere Bild unserer Möglichkeiten im Leben definieren, sondern auch die tagtäglichen Erscheinungsformen. Mit anderen Worten: Alle Erscheinungsformen, seien sie groß oder klein, beginnen ihr Leben als Signifikanzen, die sich zu einer sinnvollen Anordnung aufstellen, egal, ob wir uns auf der gleichen Ebene wie Seth oder ob wir uns innerhalb der Camouflage der physischen Realität befinden. Signifikanzen werden von jedem einzelnen Bewusstsein genutzt, um seinen potentiellen Schöpfungen eine Ordnung und Grenzen zu geben, wie locker diese auch sein mögen. Es ist daher richtig zu sagen, dass sich alle Ereignisse, denen wir begegnen, aus Signifikanzen aufbauen.


Signifikanzen, Aktion und mentale Handlungen

Für jene von uns, die versuchen, in ihre kreativen Prozesse eine bewusste Seite zu bringen, folgt hier die Eine-Million-Dollar-Frage: Wie entscheidet sich das physische Bewusstsein in seinem vorhersehbaren Bereich von Möglichkeiten für ganz bestimmte Signifikanzen und für andere nicht? Das geschieht durch die Aktion mentaler Handlungen – Denken, Gefühl/Emotion, Vorstellung und Traum. Diese Aktionen zielen auf Signifikanzen, die mit der Intensität und den Absichten der Ebene der mentalen Handlungen übereinstimmen. Diese mentalen Handlungen werfen also die Aufmerksamkeit auf Signifikanzen, die für uns in unserer gegenwärtigen Situation etwas bedeuten, und jene Signifikanzen verändern sich, wenn wir unser Denken verändern. Und mit jeder Veränderung unseres Denkens verändert sich auch die Camouflage-Realität, die wir aus Signifikanzen aufbauen (denn genau von dort kommt sie). Was uns zu einer neuen Definition für Kontinuität bringt.


Signifikanzen und die subjektive Kontinuität

Seth sagt: „Ihr versteht das Ordnungsprinzip von Ursache und Wirkung, aber (die physische Realität) basiert auf den nicht-kausalen Aspekten von Signifikanzen.“ Für uns bedeutet Kontinuität, dass sich eine Sache vor oder nach einer anderen ereignet, aber Seth sagt, dass Kontinuität nichts mit einem linearen Prozess zu tun hat. Sie wird vielmehr subjektiv gebildet. Das heißt, dass Bewegung innerhalb von Signifikanzen auf den mentalen Handlungen des Bewusstseins beruht, die von Natur aus subjektiv sind. Jene mentalen Handlungen sind, wie bereits besprochen, Denken, Gefühl/Emotion, Vorstellung und Traum. Sie sind auch Aktion, was aufgrund der Definition von Aktion bedeutet, dass sie beständig die Kontinuität unserer Existenz neu organisieren und verändern, denn alle Geschehnisse ereignen sich simultan, und alle Aktion verursacht Veränderung. Und all dies ist das Gegenteil von Ursache und Wirkung. Unsere Realität wird nicht in linearer Weise erzeugt, sondern vielmehr durch die Aktion im Rahmen von mentalen Handlungen. Mit anderen Worten: Lineare Zeit hat mit dem, was wir erleben oder in welcher Reihenfolge, nichts zu tun. Sie hat nur die Funktion eines Bezugssystems, innerhalb dessen wir die Illusion einer Lebenslinie erleben können.

Um diese Vorstellung, dass es keine lineare Zeit gibt, auf den Punkt zu bringen, sagt Seth: „Ursache und Wirkung gibt es auf die Art und Weise, wie ihr die Worte versteht, nicht. Auch gibt es keine Aufeinanderfolge von Momenten, bei der einer dem anderen nachfolgt; und so könnt ihr sehen, dass ohne eine Reihe von sich folgenden Momenten die Vorstellung von Ursache und Wirkung bedeutungslos wird. Eine Aktion in der Gegenwart kann nicht auf einer Aktion in der Vergangenheit basieren oder von ihr verursacht worden sein, und eine Aktion kann in einer Grundrealität, in der es weder Vergangenheit noch Zukunft gibt, auch nicht die Ursache für eine Handlung in der Zukunft sein.“ Und das ist der Grund, warum Seth sagt, dass die Theorie von Ursache und Wirkung fällt, sobald die geräumige Gegenwart wirklich verstanden wird.

An dieser Stelle ein Beispiel dafür, wie die subjektive Kontinuität in Seths Erfahrungswelt funktioniert. Wenn er in seinem berühmten Arbeitszimmer mit einem Glas Brandy in der Hand sitzt, dann darum, weil er bewusst diesen Handlungsort Detail für Detail aus anderen Signifikanzen seines übergreifenden Feldes von Signifikanzen gewählt hat. Und wenn er seine Meinung ändert und eine andere Umgebung erleben möchte, wechselt er sofort zu einem neuen Set mentaler Handlungen, das neue Signifikanzen anzieht, die widerspiegeln, was er sich jetzt entschieden hat zu erleben – und nichts von alledem hat irgendetwas mit Ursache und Wirkung zu tun. Und unsere subjektive Kontinuität funktioniert genau so wie die von Seth, denn es ist für jedes Bewusstsein der gleiche Ablauf. Signifikanzen müssen die Flexibilität aufweisen, in verschiedenen Gruppierungen zusammenkommen zu können, die auf sich verändernden mentalen Handlungen beruhen. Da in Allem-Was-Ist aufgrund des ständigen Veränderungtriebs der Aktion nichts stagniert, ist diese Fähigkeit, eine Signifikanz zu einer anderen Gruppe zu verschieben, die auf einer Veränderung der mentalen Handlungen, auf einem Sinneswandel beruht, eine Notwendigkeit. Und in unserem Fall müssen die Gruppierungen aufgrund unserer Camouflage der linearen Zeit so aussehen, als ob sie ganz natürlich in die Zeit fallen. Was sie aber nicht tun.

Kann uns noch deutlicher gesagt werden, dass wir möglicherweise nicht alles auf die Karte der linearen Zeit setzen sollten? Wenn unsere Realität durch Signifikanzen organisiert wird, die in der geräumigen Gegenwart durch Gedanken, Vorstellungen, Gefühle und Träume betont werden und es wortwörtlich niemals eine objektive Kontinuität gibt, in der – ganz standardmäßig – ein Ereignis und ein Moment ihrem Vorgänger folgen, dann scheint es klar, dass es einer Neuausrichtung der Art und Weise, wie wir der Realität begegnen, bedarf. Und, wie ich vorher gesagt habe, ist dies genau das Thema dieses Buches.


Weiter auf dem Weg der Neubestimmung des Selbst

Wir kennen die lineare Zeit, weil wir sie leben. Und Seth sagt uns noch viel mehr darüber, wie wir in ihr funktionieren. Er weist uns den Weg zu einer völlig anderen Art, uns selbst zu erkennen, damit wir, wie er sagt, unsere Welt auf einer bewussten Grundlage erschaffen. Und er sagt, dass wir dies nicht können, wenn wir davon ausgehen, dass wir in der linearen Zeit verankert liegen, eine Position, die uns in erster Linie fest als physische Wesen definiert.

Nichts von dem, worüber in diesem Buch soweit gesprochen wurde, liegt außerhalb des Selbst. Weder Aktion noch Existenz-Dimensionen noch Identitäten noch die geräumige Gegenwart noch Signifikanzen und auch keine Realitäten. Das eine kann ohne alle anderen nicht existieren, weil sie im Wesentlichen eins sind. Sie sind so sehr im kreativen Prozess miteinander verwoben, dass es unmöglich ist, sie voneinander zu trennen. Auf viele Arten stellen sie Attribute von- und ineinander dar. Sie sind die bestimmenden Attribute des Selbst.

Aber da ist noch mehr. Und darum müssen wir unsere Reise zum Selbst fortsetzen und dürfen hier nicht haltmachen, wenn wir vorhaben, ein sicheres Universum zu leben. Denn es ist die Gesamtheit des Selbst, die das vollständige Verstehen hervorbringt, das wir brauchen, um eine neue Definition des Selbst und eine neue Arbeitshypothese annehmen zu können, mit der wir unseren Handlungen in der physischen Camouflage-Realität begegnen können. Mit anderen Worten: Um bewusste Schöpfer zu werden, befreit von planlosen und unerleuchteten Konstruktionen.

Und Sie können gewiss sein, dass mit diesen Informationen in der Tasche und unserem Begreifen dessen, was das Selbst ist, ein strahlenderer neuer Tag aufgehen wird.

(c) Seth-Verlag, 2014


JANE ROBERTS: GEDICHTE

Falls wir nochmals leben

Falls wir nochmal einmal leben,
Dann komme ich zurück,
Als alle deine Anverwandten –
Mutter, Vater,
Schwester, Bruder;
Alle Elemente meiner Liebe
Verstreut
In all ihre Persönlichkeiten,
Und so eine Familie bildend,
Erschaffen durch der Liebe Zentrum;
Doch frei,
Nicht fragend,
Noch nicht einmal:
"Kannst du dich wohl erinnern?"
 

Die Balance

Es ist des Tages Wechsel,
Gegeben und genommen, der tötet;
Der Zeit Gewicht.
Es ist der Berg der Stunden,
Der Stein für Stein einbricht.
Es ist der täglich' Druck, der schmerzt,
So lange, bis die Seele weint.
Bedenke dies und mache deinen Frieden,
Denn die bemessnen Sonnenstrahlen
Fallen, wie die Momente tropfen,
Und wie der warme Wind
Hinunter von des Berges Spitze bläst,
Und wie der Abend rauscht vorbei,
Gleich einem tiefen Bach.
Dies alles schwindet,
Wenn sich die Schmerzen legen.
 

Egal, wohin ich schaue

Egal, wohin ich schaue, ich schein' zu sein
Im Zentrum einer Welt, die sich
Um mich perfekt erschafft.
Nie zeigt sich eine schiefe Sicht,
Die Welt zu meiner Linken ausgebreitet nur,
Mein Abbild auf der letzten rechten Kante;
Die Welt erschien auch nie
Gerade nur voraus,
Und nie begann das Nichts
Gleich hinter meinem Rücken.

Auf einem Drehstuhl sitze ich
Mit weichen Kugellagern.
Ganz ohne Warnung dreh ich mich
In einem vollen Kreis,
Doch nichts stört
Meine Sicht der Welt,
Und allerseits in süßer Perfektion
Sich Gegenstände zeigen;
Als ob in meinem Kopf
Ein Projektor unsichtbare Strahlen wirft,
Die sich zu Bildern wandeln,
So dass in Dimensionen
Aus Tiefe und Gewicht
Zu sein ich ständig schein.
 

Träumer

Träumer schaffen ihre eigenen Wege,
Netze, von Gedanken zu Gedanken ziehend,
Erweiterungen eines ruhelosen Schädels,
Nicht sichtbar, dunkel, still.

Der Nächte Projektionen erheben sich
Wie unsichtbare Kreidelinien.
Doch Wanderer sehen sie,
Von Dunkelheit zu Dunkelheit gespannt.

Termine, getroffen und gehalten,
Notizen, flüchtig hingeworfen,
Derweil die Körper warten in frischen weißen Betten,
Unberührt und ordentlich und sicher.


SETH ÜBER TRAUMREALITÄTEN

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"Guten Abend. Ihr wisst, dass sich alle Realitäten gleichzeitig ereignen. Ich habe euch das schon zuvor gesagt. Ihr träumt, während ihr, in eurem Sinne, wach seid. Im Traumzustand stimmt ihr euch in eure Traumrealität ein, aber alles geschieht gleichzeitig. Ihr seid wach, ob ihr träumt oder nicht, und ihr träumt, ob ihr wach seid oder nicht.

Die Realitäten, die so getrennt erscheinen, sind eins. Nur weil ihr euch jetzt auf das fokussiert, was ihr als Wachrealität betrachtet, scheint die Traumrealität etwas anderes zu sein. Während ihr mir zuhört, träumt ihr mit anderen Teilen von euch, derer ihr euch in eurer Gegenwart nicht bewusst seid. Aber wenn ihr wisst, wie man es macht, könnt ihr euch sogar, während ihr mir zuhört, auf andere Teile von euch einstimmen, die gerade träumen, und einem jeden beliebigen Bild oder Gedanken, der euch in den Sinn kommt, in die Traumwelt zurückfolgen. Und jene Traumwelt hört zum Beispiel so wie ihr auf diesen Stimulus. Auf ihre eigene Weise ist sie sich eurer Welt gewahr, und die Handlungen eurer Welt basieren auf ihr, so wie ihre Handlungen auf euch beruhen.

Nun, erinnert euch noch an etwas anderes. Wenn ich vom Träumen spreche, dann spreche ich nicht von etwas, das weniger wirklich oder lebendig als die euch bekannte Realität ist. Wenn ich euch daher sage, dass ihr träumt, wenn ihr glaubt, dass ihr wach seid, meine ich damit nicht, dass die eine Realität gültiger als die andere ist. Ich sage vielmehr, dass wenn ihr euch bewusst auf die euch verständliche Art und Weise konzentriert, ihr zugleich auch Traumarbeit leistet – dass ihr auch auf anderen Bewusstseinsebenen neben eurer bekannten beschäftigt seid."

[Ein Klassenteilnehmer: „Können die beiden einander näher gebracht werden?“]

"Das können sie wirklich. Ich möchte aber, dass ihr alle die Unterscheidung versteht. Während ihr mir jetzt zuhört, befassen sich andere Teile eures Bewusstseins mit lebenswichtiger Traumaktivität. Von dieser Seite des Bewusstseins aus betrachtet ihr jene Seite als Traumaktivität. Von jener Bewusstseinsseite aus betrachtet ihr diese Seite als Traumaktivität. Ihr könnt aber lernen, die beiden zusammenzubringen und euren Fokus zu klären und zu erweitern. Es gibt Methoden, die euch helfen, und ich werde sie euch zeigen.

Seid bewusster, wenn ihr wach seid, und auch, wenn ihr schlaft, und erkennt, dass eure Aktivitäten im Traumzustand weitergehen, dass dies kein Unsinn ist, dass euch wichtige Hinweise entgehen. Nur, wenn ihr euch wirklich wünscht, euch zu erinnern, werdet ihr euch erinnern. Niemand wird euch diese Erinnerungen am Morgen in einem Paket überreichen. Ihr müsst in eure eigenen Träume gehen, so wie ein Forscher in ein fremdes Land geht, und mit euren eigenen Erinnerungen, euren eigenen Schnappschüssen der inneren Realität zurückkommen. Jene von euch, die mutig, tapfer, ausdauernd und unbeugsam genug sind, werden durchhalten. Ihr werdet nicht durchhalten, indem ihr sagt: „Ich kann mich nicht an meine Träume erinnern, es ist für mich unmöglich“, oder: „Ich möchte mich nicht an meine Träume erinnern, sie sind erschreckend“, oder: „Ich versuche, mich an meine Träume zu erinnern, aber es funktioniert nicht.“ Ihr werdet nur durchhalten, indem ihr euch sagt: „Ich kann und werde mich an meine Träume erinnern, es ist mir möglich, mich an meine Träume zu erinnern, und ich werde es auch, ich möchte die innere Realität verstehen und ich werde durchhalten.“ Jedes Mal, wenn ihr euch sagt, dass ihr euch nicht erinnern könnt, arbeitet ihr also gegen euch. Niemand außer euch selbst macht eure Gedanken. Niemand außer euch selbst ist für sie verantwortlich; so könnt ihr die Art eurer Gedanken, die Art eurer Erwartungen verändern und bewusst in den Traumzustand eintreten.

Ich möchte, dass ihr durch den Traumzustand reist. Niemand außer euch kann durch eure subjektive Realität reisen. Sie ist ein nicht erobertes unbekanntes Land. Sie ist eine neue und einzigartige Realität, und wenn ihr sie nicht erforscht und aus ihr lernt, wird es niemand tun. Sie ist wie ein vergessener Garten. Sie ist wie ein Schatz, von dem außer euch niemand weiß. Wenn ihr das tut, könnt ihr das Wissen erlangen, um euch selbst und anderen zu helfen, aber die einzigartige Bewusstseinserfahrung ist eure eigene, und dort werdet ihr einige eurer nützlichsten Belohnungen finden.

Ich wünsche euch allen eine schönen Abend, und jene von euch, die bereit sind, mögen einige interessante Erfahrungen im Traumzustand machen, und ich werde dort sein, um jedem aus dem Körper herauszuhelfen, der dafür tapfer genug ist.

Ihr habt gesehen, welche Kreativität diese Gedanken in euch auf bestimmten Ebenen hervorbringen können. Werdet euch daher der enormen Kreativität eurer Träume bewusst, denn im Traumzustand erschafft ihr auch eure physische Realität. Eure Träume sind das Mosaik, das ihr für eure täglichen Geschehnisse zusammensetzt.

Ihr seid wach, ob ihr schlaft oder ob ihr denkt, dass ihr nicht schlaft. Ihr seid wach! Ich möchte, dass ihr daher die Wachheit eures Seins erkennt.

Nun, ich spreche zu jenen Teilen von euch, die ihr alle gut kennt; hört also mit jenen Teilen von euch auf mich. Die Reisen, die ihr im Traumzustand macht, sind nicht eingebildet, und sie stellen kein Chaos dar. Und eure Traumklassen sind so real wie diese hier.

Schaut daher eure eigenen Träume und vergnügten Abenteuer an. Schaut euch die Mythen an, die ihr euch im Traumzustand erzählt, aber auch jene Mythen, aufgrund derer ihr euer tägliches Leben lebt, und erkennt, dass ihr die Verfasser und Sänger und Träumer seid, und dass ihr in euren Träumen euer Leben in die Existenz träumt, und durch eure Gedanken macht ihr eure Träume real. Schaut daher auf die Pracht von euch selbst und eurem eigenen Sein!"

(c) Seth-Verlag, 2014