Seth-NL 20: Ein wunderbares Tischchen, und die Muppets bei Seth

Seth-NL 20: Ein wunderbares Tischchen, und die Muppets bei Seth

Liebe Seth-Leserin, lieber Seth-Leser

Vor etwas weniger als einem Jahr ist der erste Seth-Newsletter erschienen, und heute können wir Ihnen bereits die Ausgabe 20 zusenden und somit ein kleines Jubiläum feiern! Besonders freuen wir uns, dass in diesem Jahr unsere Leserschaft ständig angewachsen ist - ein schönes Zeichen, dass das originale Seth-Material von Jane Roberts nach wir vor seine Freundinnen und Freunde hat. Vor einiger Zeit schrieb uns zudem ein begeisterter Leser der Seth-Bücher, dass das gesamte Material von Jane Roberts aufgrund seiner Einzigartigkeit und Bedeutung eigentlich offiziell als Weltkulturerbe anerkannt werden müsste - ein Vorschlag, dem wir uns natürlich unumwunden anschließen können. Erschaffen wir uns also gemeinsam eine Realität, in der diesem fantastischen Werk wieder stärker der ihm gebührende Platz zugestanden wird!

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In Newsletter 13 haben wir darüber berichtet, wie viele Dinge aus dem ehemaligen Besitz von Jane Roberts und Robert Butts - Bilder, Bücher, Möbel usw. - heute von Elmira aus ihren Weg in die ganze Welt finden, stets zu Freunden von Jane und Rob oder einfach zu begeisterten Seth-LeserInnen. Gelegentlich bietet Laurel Davies-Butts, Robs zweite Ehefrau, auf ihrer Homepage neue Gegenstände und Bilder aus dem Nachlass von Jane und Rob zum Kauf an. Dass dies ganz im Sinne dieser beiden ist, wird schon aus Sitzung 475 vom 14. April 1969 deutlich, in der Seth zu Rob sagt: "Stell dir nun deine Bilder in Wohnungen vor, in verschiedenen Umgebungen, mit Menschen, die sich an ihnen freuen." Zwar bezog sich Seth auf die damalige Situtaion von Jane und Rob, aber im Rahmen der geräumigen Gegenwart verliert diese Aussage dennoch nicht ihren Wert. Es lohnt sich auf jeden Fall, immer wieder mal auf janerobertssethbooks.com reinzuschauen. Einer, der sich erfolgreich eine Realität mit einem kleinen Möbelstück aus Elmira geschaffen hat, ist Joseph Mancini, Ph.D. Laurel Davies-Butts überließ dem Hypno- und Reinkarnations-Therapeuten Jane Roberts' Arbeitstischchen, an dem sie viele ihrer Texte geschrieben hatte. Darüber, wie er zu diesem Möbel kam und was für erstaunliche Eigenschaften es an den Tag legte, schreibt er in Der tiefgreifende Einfluss eines einfachen Tischchens in dieser NL-Ausgabe.

Haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ebenfalls ein persönliches Andenken von Jane oder Rob bei sich zuhause - gar ein Bild oder Briefe aus Ihrer Korrespondenz mit den beiden? Falls das der Fall ist, würden wir uns freuen, wenn Sie uns und den LeserInnen des Newsletters darüber erzählen würden. Wie sind Sie zu Ihrem "Schatz" gekommen, wie ist Ihr Kontakt mit Jane/Rob entstanden? Schicken Sie uns doch auch ein Bild, falls Sie eines zur Verfügung haben, und schreiben Sie uns bitte an: sethverlag@bluemail.ch.

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Wahrscheinlich fragen Sie sich jetzt gerade, was Kermit,der Frosch aus der Muppet Show, und seine Freundin Piggy im Seth-Newsletter verloren haben. Sind uns vielleicht die Seth-Themen ausgegangen? Nein, ganz und gar nicht! Vielmehr war Jim Henson, der Schöpfer von Kermit und Co., ein großer Fan von Seth, Jane und Rob, der das Seth-Material auch in seine Arbeit einfließen ließ. Schließlich nahm er sogar an einer ASW-Klasse bei Jane in Elmira statt. Lesen Sie dazu den Artikel Jim Henson in Elmira bei Jane, Rob und Seth.

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Als dritten Beitrag in dieser Newsletter-Ausgabe präsentieren wir einen Auszug aus Sitzung 273 vom 18. Juli 1966, und zwar aus Band 6 von Die frühen Sitzungen. Darin wird einmal mehr deutlich, wie es Seth anhand einer wunderbaren Riesenrad-Analogien erneut gelingt, die verflochtene und komplexe Multidimensionalität eines jeden Wesens in der geräumigen Zeit auf eingängige und klare Weise darzustellen. Das war damals, 1966, umso wichtiger, als dass die gesamten frühen Sitzungen des Seth-Materials - die Sitzungen 1 bis 510 - als Vorbereitung für Jane und Rob auf die späteren Seth-Bücher betrachtet werden können, die bekanntlich mit Sitzung 511 und Gespräche mit Seth beginnen. Umso erstaunlicher ist es einmal mehr, wie gehaltvoll und ausgefeilt bereits diese frühe Sitzung aus den Seth-Anfängen ist - aber was würde man von jemandem wie Seth auch anderes erwarten?

Es wünschen Ihnen ganz herzlich eine interessante Lesezeit,
Maurizio Vogrig und Ursula Lang, Ihr Seth-Verlag


JOE MANCINI, JR. PH.D.:
DER TIEFGREIFENDE EINFLUSS EINES EINFACHEN TISCHCHENS

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Als Moderator meiner Radiosendung Entdeckungsreisen ins Bewusstsein komme ich häufig auch auf Seth zu sprechen, jene "Energiepersönlickeitsessenz", die von Jane Roberts von 1963 bis zu ihrem Ebenenwechsel im Jahre 1984 gechannelt wurde. So widmete ich auch die erste Ausgabe meiner Sendung, zu der ich Rich Kendall, einen Teilnehmer von Janes ASW-Klasse in den frühen 70er-Jahren, eingeladen hatte, ganz Seths Konzepten.

Im April 2013 konnte ich Jane Roberts' Arbeitstischchen erstehen, an dem sie einige ihrer eigenen Bücher geschrieben hatte, in ihre "geistige Bibliothek" gereist war,  Bilder gemalt und die Probefahnen der Seth-Bücher gelesen hatte, die Seth durch Robert Butts, ihren Ehemann, diktiert hatte. Das eher unscheinbare Tischchen hatte in ihrem Schreibzimmer im "Hügel-Haus" in Elmira, New York, gestanden und kam dann nach ihrem physischen Tod in das Haus in Sayre, Pennsylvania, in welchem Rob und seine zweite Ehefrau Laurel Davies-Butts während einiger Jahre, bis zu Robs eigenem Ebenenwechsel, gelebt hatten.

Wenn ich bedenke, wie viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt die Seth-Bücher gelesen haben, so staune ich noch immer darüber, dass ich es gerade war, der das Tischchen in sein psychisches Feld gezogen hatte. Schon bald danach begann ich, mit den Teilnehmern meiner monatlichen Donnerstagabendsendung Entdeckungsreisen ins Bewusstsein sehr erfolgreich, das Tischchen für psychometrische Übungen und gegenseitige Readings zu benutzen. Auf dem Bild des Tischchens rechts können Sie eine Reproduktion von Robert Butts' Seth-Porträt sehen.
 

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Aber das Tischchen hatte einen noch viel tiefgreifenderen Einfluss auf mein Leben. Denn am gleichen Tag, den 18. Juni 2013, an dem ich von Laurel via UPS die erste Hälfte von Janes Tischchen zugestellt erhielt, wurde ich auch von Randall Libero, einem der Hauptverantwortlichen von  VoiceAmerica angerufen. VoiceAmerica ist weltweit der größte Internetradio-Produzent und -Betreiber. Begeistert dachte ich schon, dass er mich wohl zu einem Interview über meine hypnotherapeutische Arbeit einladen wollte. Aber da lag ich völlig falsch! Er wollte, dass ich ihm einen Vorschlag für meine eigene Radiosendung unterbreiten sollte, die einmal wöchentlich und während dreißig Wochen ausgestrahlt werden sollte. Ich war völlig baff, und, so muss ich gestehen, mir war etwas mulmig zu Mute, denn - wow! - ich würde in 32 Ländern zu hören sein!

Innerhalb einer Woche wurde mein Vorschlag angenommen. Randall sagte, er habe seine Mitarbeiter aufgefordert, im Internet nach möglichen Moderatoren zu suchen und sich dabei auf spirituelle Beratung, Hypno- und Reinkarnationstherapie zu konzentrieren. Ich war einer von 12 Kandidaten, die in die letzte Auswahl von ursprünglich 300 Anwärtern gekommen waren. Und ich wusste absolut nichts davon (meine Seele aber bestimmt), bis er mich am 18. Juni anrief. Er sagte mir auch, dass für ihn zu meinen Gunsten sprach, dass ich gesagt hatte, das Seth-Material würde für meine Diskussionen die zugrundeliegende Metaphysik sein!

Während ich mich in den letzten zwei Monaten kaum um das Tischchen gekümmert hatte, so bereitete sich das Tischchen seinerseits vor, etwas für mich zu tun! Am 4. September schrieb mir Laurel, um mir unter anderem mitzuteilen, dass der folgende Tag der Jahrestag von Janes Ebenenwechsel sei. Dann erzählte sie mir, dass sie während vieler Jahre an diesem Jahrestag Blumen auf das Tischchen gestellt hatte und dass sie jedesmal, wenn sie das getan hatte, eine Art Botschaft von Jane erhalten hatte. Dann sagte sie, dass wenn ich Lust hätte, für Jane Blumen zu besorgen, ich wahrscheinlich auch  eine Botschaft von ihr erhalten würde.

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Daher kaufte ich am nächsten Tag hübsche gelbe margeritenartige Blumen für Jane und einen fast identischen Strauß für meine Frau, aber in einem hellen Lila. Ich stellte beide Sträuße in eine Vase mit Wasser und einer Tüte "Blumenfrisch". Ich stellte Janes Blumen auf ihr Tischchen in meinem Gruppenraum, wie Sie links auf dem Bild sehen können. In den nächsten sechs Tagen war ich aber so beschäftigt, dass ich sie völlig vergaß.

Dann, sechs Tage später, erzählte ich einer Klientin vom Tischchen und führte sie in den Gruppenraum, wo Janes Möbel steht und wo ein Teil des Raumes als Wartezimmer dient. Während ich mit ihr zum Tischchen ging, dachte ich für mich, dass ich nun wohl die Blumen entsorgen sollte, denn jene, die ich meiner Frau geschenkt hatte, ließen schon längst ihre Köpfchen hängen und waren hinüber. Als meine Klientin zwei Stunden vorher in jenem Zimmer gewartet hatte, waren ihr die Blumen auf Janes Tischchen aufgefallen, weil sie dachte, sie seien aus Plastik, denn sie sahen so "perfekt" aus. Unten sehen Sie ein Bild der beiden Sträuße Seite an Seite auf dem Tischchen nach sechs Tagen. Raten Sie mal, welcher von beiden Jane gehört! Ich nehme an, Jane hatte mir ein Zeichen geschickt!

Am 18. September schaute ich nochmals nach den Blumen, 13 Tage, nachdem ich sie auf das Tischchen gestellt hatte. Erst jetzt begannen sich an einigen Blütenblättern Zeichen der Vergänglichkeit zu zeigen. Hatte Jane also aufgehört, mir ihre Botschaft zu senden ... oder hatte ich gestern, als ich zum ersten Mal nach fast zwei Wochen Wasser nachgoss, die Energiemuster durcheinander gebracht? Dass ich überhaupt Wasser nachgegossen hatte, war die Folge meiner Überzeugung - die wahrscheinlich sehr einschränkend war - dass ich den Blumen helfen musste weiterzuleben, denn ich glaubte nicht, dass sie von alleine noch länger hätten überleben können. Vielleicht war ein anderer Teil von Janes Botschaft an mich, dass ich noch viel achtsamer auf das Auftauchen meiner negativen Überzeugungen schauen sollte!

Ich wünsche Ihnen allen einen großartigen Tag, und möge diese Geschichte dazu führen, dass auch Sie Wunder in Ihre Realität hineinziehen!! 

(c) Joe Mancini, 2015

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DER MUPPET-SHOW-SCHÖPFER UND DAS SETH-MATERIAL:
JIM HENSON IN ELMIRA BEI JANE, ROB UND SETH

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Bei Jane und Rob trafen über die ganzen Jahre auch immer wieder illustre Persönlichkeiten ein, die vom Seth-Material fasziniert waren. Oft kamen sie selbst aus der "New-Age-Ecke", so etwa Richard Bach, der Autor von Jonathan Livingston Seagull (Die Möwe Jonathan), gelegentlich aber auch aus völlig anderen Richtungen, so auch Jim Henson (1936 - 1990), der Schöpfer der Sesamstraße und der Muppet Show.

1982 sagte er in einem Interview: "Vor einigen Jahren begann ich, mich sehr für Seth zu interessieren. Jane Roberts schrieb eine Reihe Bücher, die ihr eine Wesenheit namens Seth diktierte. Das sind die Seth-Bücher, die ich ganz besonders mag, und ich liebe alle Konzepte, die sich darin finden." (Zum ganzen Interview)

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Neben der Sesamstraße und den Muppets, war Jim Henson aber auch für seinen Fantasy-Film The Dark Crystal bekannt, in dem sich seine Liebe zum Seth-Material deutlich zeigt. Der Drehbuchautor David Odell erinnert sich: "Der spirituelle Kern von Der dunkle Kristall ist sehr von Seth beeinflusst. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass die Vorstellung perfekter Wesen, die sich in einen guten mystischen Teil und in einen bösen materialistischen Teil aufspalten und  sich nach einer langen Trennung wieder vereinen, Jims Antwort auf jenes Buch (Gespräche mit Seth) war. Jim gab einmal zu, dass er das Buch nicht ganz verstehe, und dass jeder es auf seine eigene Weise verstehe - oder eben nicht verstehe. Aber er fand, dass es eine ganz neue Art, die Realität zu betrachten, eröffnet hatte. Und ich glaube, das war auch einer der Gründe, warum er Der dunkle Kristall schuf." (Mehr dazu)

Jim Henson besaß mehrere Exemplare von Gespräche mit Sethund bestand darauf, dass David Odell das Buch ebenfalls las, bevor er mit der Arbeit am Drehbuch beginnen würde.  

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Am Donnerstag, den 30. Juli 1974, war es dann soweit, und Jim Henson traf sich mit Jane und Rob in ihrem Haus in Elmira anlässlich einer ASW-Klassensitzung. Dazu vermerkt Jane kurz und knapp in ihrem Tagebuch: "Jim Henson von der Sesamstraße war heute in der ASW-Klasse; am nächsten Tag kam er zum Kaffee vorbei. Ich mag ihn."

Jim Henson integrierte die Seth-Philosophie erfolgreich in seinen Alltag. Wie sehr ihn dieser Lebensansatz beeinflusste, zeigt auch folgendes Zitat von ihm aus einem Interview in den 80er-Jahren: "Ich glaube, dass das Leben grundsätzlich ein Wachstumsprozess ist - dass wir durch viele Leben hindurchgehen und dabei die Situationen und Probleme für uns wählen, durch die wir etwas lernen können. Ich glaube, dass wir unser Leben selbst erschaffen, dass wir unsere eigene Realität erschaffen und dass sich schließlich alles zum Besten wenden wird. Ich weiß, dass ich viele Leute mit meinem scheinbar lächerlichen Optimismus in den Wahnsinn treibe, aber für mich hat das einfach immer funktioniert. Ich glaube an eine positive Einstellung gegenüber der Welt, gegenüber den Menschen und gegenüber meiner Arbeit. Ich glaube, dass ich aus einem ganz bestimmten Grund hier bin. Ich glaube, dass das für uns alle stimmt, aber wirklich sicher bin ich nur in Bezug auf mich selbst."

Die Seth-Sitzung, an der Jim teilnahm, gehört leider zu einer der wenigen, die entweder nicht aufgezeichnet wurde, oder deren Transkription verloren ging, aber dafür ist der Film Der dunkle Kristall aus dem Jahr 1982 für wenig Geld als DVD im Internet nach wie vor erhältlich. Vielleicht haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ja Lust, darin nach verborgenen Hinweisen auf das Seth-Material zu suchen...

(c) Seth-Verlag, 2015


AUS DEN FRÜHEN SITZUNGEN DES SETH-MATERIALS
SITZUNG 273 VOM 18. JULI 1966

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Guten Abend.

(„Guten Abend, Seth.“)

Ich heiße euch nach eurem Urlaub willkommen.

Wir werden in Kürze zu unserem Material über Projektionen zurückkehren. Zuerst ist es jedoch nötig, dass die Natur der Identität selbst sorgfältiger studiert wird. Die Natur der Identität ist sehr stark von der angeborenen Fähigkeit abhängig, psychische Energie zu beziehen, zu verwenden und zu lenken.

Es gibt, wie ich euch gesagt habe, keine Begrenzungen für das Selbst. Es wächst durch Wachsen und durch den ständigen Gebrauch seiner Fähigkeiten. Man könnte sagen, dass alle Bewusstseine und alle Identitäten bloß eine einzige sind. Das negiert jedoch keineswegs die Existenz jeder anderen bestehenden Identität. Alle Identitäten sind abhängiger voneinander und trotzdem viel unabhängiger als ihr euch vorstellen könnt. Verschiedene Aspekte der Persönlichkeit existieren, ob ihr euch ihrer Existenz bewusst seid oder nicht. Wenn ihr euch ihrer Existenz bewusst werdet, wird dadurch in keiner Weise ihre Unabhängigkeit negiert. Ihr dehnt euch ganz einfach psychisch aus. Die Teile des Selbst leben eine mehr oder weniger unabhängige Existenz, sowohl während die dominante Persönlichkeit schläft als auch während sie wach ist.

Sobald sich die dominierende Persönlichkeit dieser Situation bewusst wird, dehnt sie sich automatisch aus. Sie umfasst nun bewusst Erfahrungen, die vorher unterbewusst waren. Nun. Das innere Ego ist mit der Existenz des physisch orientierten Egos sehr vertraut, aber das physisch orientierte Ego ist normalerweise mit seinem inneren Pendant nicht vertraut.

Wenn sich das Ego durch Training seines inneren Selbst bewusster wird, profitiert die Gesamtpersönlichkeit davon. Das Gesamtselbst, so wie es zu jeder gegebenen Zeit existiert, kann durch das Studium der Aktionen des physisch orientierten Egos, wie es sich bei der physischen Manipulation zeigt, und durch das Studium der Aktivitäten des inneren Egos in Traumerlebnissen kurz erblickt werden. Offensichtlich bedarf es eines gewissen Trainings, bevor dies erreicht werden kann.

Später werdet ihr fähig sein, diesem inneren Selbst zu folgen, sogar während das physische Ego in seiner normalen Art agiert, aber das ist viel schwieriger, wenn die Ausgewogenheit der Gesamtpersönlichkeit aufrechterhalten werden soll. Es sollte offensichtlich sein, dass die Identität kaum ausschließlich innerhalb des physisch orientierten Egos wohnt. In gewisser Hinsicht ist die Identität immer etwas Werdendes, und sie kann nie etwas Statisches, Abgeschlossenes sein. Denn sie erkennt sich selbst durch Veränderung, und etwas, was abgeschlossen ist, kann sich nicht mehr verändern.

Seht, ich möchte gerne, dass ihr schließlich zu einem Punkt kommt, wo ihr euch fast so frei innerhalb der nichtphysischen Realität bewegen könnt, wie ihr das innerhalb der physischen Realität tut. Und euch dabei natürlich dieser Erfahrung bewusst seid und sie wahrnehmt.

Eure eigenen Persönlichkeiten geben das Tempo vor, denn sie sind sehr ausgewogen. Das alles verlangt Spontaneität und Kontrolle. Dies ist die Bewegung des Bewusstseins. Es ist bedauerlich, dass die Identität allgemein als eine eher statische und permanente Sache betrachtet wird, denn das ist sie nicht.

Unser Material über die Natur der Aktion wird hier hilfreich sein. Das Ego, das physisch orientierte Ego, ist eine praktische Galionsfigur. Es bietet nur einen unvollständigen flüchtigen Eindruck einer momentanen Erscheinung – jenen Teil des Selbst, der sich in irgendeinem bestimmten Moment zeigt.

Ihr kennt das Selbst nicht, so wie es innerhalb der physischen Existenz ist, und solange ihr das nicht tut, könnt ihr nicht darauf hoffen zu wissen, was den physischen Tod überlebt oder welcher Teil von euch wach ist, während das Ego schläft. Wenn ich vom Ego spreche, tue ich das der Einfachheit halber, weil dieser Ausdruck einen bestimmten Sinn für euch hat. Es gibt offensichtlich Teile des Selbst, die nie direkt innerhalb der physischen Realität agieren.

Betrachtet einmal diese Analogie: Das Selbst als ein sich drehender Kreis, wie ein Riesenrad. Ein Baum vor dem Riesenrad verkörpert die physische Realität. Das Gesamtselbst oder das ganze Rad besteht aus vielen Selbst in verschiedenen Positionen, wie die vielen Menschen, die im Riesenrad sitzen.

Wenn sich nun das Rad dreht, bezeichnet ihr die Person oder das Selbst, das dem Baum zugewandt ist, als Ego, einfach nur, weil das jener Teil ist, welcher der physischen Realität, verkörpert durch unseren Baum, gegenübersteht. Aber das Selbst, das in dem einen Moment dem Baum zugewandt ist, ist nicht das Selbst, das ihm im nächsten Moment gegenübersteht, und der Betreiber des Rades tritt überhaupt nie in Erscheinung.

Ich schlage eure erste Pause vor.

(Pause um 21:30 Uhr. Jane war in der üblichen Trance gewesen. Nach der Hälfte der Durchgabe begannen sich ihre Augen häufig zu öffnen. Sie fuhr um 21:50 Uhr in der gleichen Art fort.)

Ich möchte jedoch nicht, dass mit meinem Vergleich auf einen mechanischen Zusammenhang geschlossen wird.

Der Betreiber des Rades erscheint in unserem Fall nie an jenem Platz, welcher der physischen Realität zugewandt ist. Er ist in einer seltsamen Position, da er ein Gesamtselbst ist, teilweise zusammengesetzt aus der Summe aller dieser anderen Selbst und doch mehr als die Summe des Ganzen.

Die Selbst, die auf dem Riesenrad sind, liefern auch einen Teil der Kraft, die das Rad zum Laufen bringt. Weil ihr euch aber mehr auf Ähnlichkeiten als auf Unterschiede konzentriert, realisiert ihr nicht, dass das Selbst, das ihr Ego nennt, nur das Auftauchen von vielen sehr verschiedenen Aspekten der Persönlichkeit in einer bestimmten Perspektive ist.

Wenn ihr euch einen auf den Sitz vor dem Baum gerichteten Scheinwerfer vorstellt, ist dies einfacher zu verstehen. Ihr könnt die anderen Selbst auf dem Rad nicht sehen, ihr seht nur den einen beleuchteten Fleck, und das Licht ist jenes der physischen Wahrnehmung. Es gibt jedoch verschiedene Lichter. Wenn andere hinschauen und nur jenen Teil des Selbst sehen würden, der in ihrer Perspektive sichtbar wäre, dann würden sie sich vorstellen, dass auch sie das Primärselbst gesehen hätten.

Das innere Ego ist das Selbst, welches das Rad zielgerichtet antreibt; gleichzeitig gibt es viele andere Räder und viele Speichen... Unsere Analogie über Momentpunkte kann euch hier auch helfen. Das schlafende Selbst wird natürlich vom Standpunkt seiner eigenen Realität aus als das Primärselbst betrachtet. Ich kann gar nicht genug betonen, dass alle diese Teile selbst-bewusst sind. Sie mögen sich jedoch der anderen Selbst nicht bewusst sein. Die inneren Sinne verbinden alle Selbst, und die Bewegungen des Bewusstseins sind viel komplizierter als diejenigen eines Riesenrades.

Ihr erhaltet nun Anweisungen bezüglich der physischen Realität. Ihr erhaltet auch Anweisungen bezüglich anderer Realitäten. Ihr nehmt diese nur nicht bewusst wahr.

Gewisse Teile eurer Persönlichkeiten lernen, sich innerhalb ihrer eigenen Perspektive in die physische Realität hineinzuwagen, so wie ihr lernt, euch in die nichtphysische Realität hineinzuwagen.

Gewisse Teile, die sich sehr direkt mit der Manipulation psychischer Energie beschäftigen, erhalten ebenfalls Anweisungen. All das ist viel komplizierter, als es scheint, und doch wieder äußerst einfach, wenn die Grundprinzipien verstanden werden.

Die Psychologie der Persönlichkeit kann nur verstanden werden, wenn Reinkarnation in Betracht gezogen wird, aber sogar dann geht es nur um Energie, die innerhalb eines einzigen Systems wirkt. Die Persönlichkeit agiert gleichzeitig innerhalb vieler Systeme. Projektion stellt die praktische Anwendung dar. Eine solche Erfahrung erlaubt euch, verschiedene Aspekte des Selbst zu vereinen und das Gesamtselbst in einen schärferen Fokus zu bringen. In der Regel können in gewissen Bereichen Projektionen nur von jenen erreicht werden, die ihren letzten irdischen Zyklus durchleben.

Ich schlage eure Pause vor.

(Pause um 22:00 Uhr. Jane war wieder in der üblichen Trance gewesen. Ihre Augen waren während der meisten Zeit offen geblieben. Ihre Durchgabe war sehr aktiv gewesen, sie hatte geraucht, etwas Wein getrunken usw. Weiter um 22:08 Uhr.)

Es stimmt, dass sich die Gesamtpersönlichkeit oder das Gesamtselbst innerhalb der physischen Realität nicht direkt selbst manifestiert.

Die Persönlichkeit, so wie sie sich offenbart, kann jedoch nie verstanden werden, wenn sie nur für sich allein betrachtet wird. Es gibt genügend Hinweise und Zeichen, die erscheinen, um Beweise dieser anderen Teile des Selbst zu finden. Nun gibt es hier einen ganz besonders wichtigen Punkt, der ausdrücklich betont werden sollte, und ich werde ihn wiederholen: Gewisse Teile des Selbst offenbaren sich selbst nicht direkt innerhalb der physischen Realität. Sie wirken nicht direkt innerhalb der physischen Realität, und das Wort direkt ist hier bedeutsam.

Sie nehmen von sich aus physische Objekte nicht als solche wahr. Wir werden später darauf zurückkommen, denn dies wird euch helfen, die Art und Weise zu verstehen, wie so genannte außersinnliche Wahrnehmungen genutzt werden, sowohl auf einer bewussten wie auf einer unterbewussten Basis.

Nun, hast du einen Umschlag für mich, Joseph...?

(c) Seth-Verlag, 2015

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