NL11-20Maurizio Vogrig

Seth-NL 18: Wahrscheinlichkeiten

NL11-20Maurizio Vogrig
Seth-NL 18: Wahrscheinlichkeiten

Liebe Seth-Leserin, lieber Seth-Leser

Das neue Jahr ist noch jung, und vielleicht hat sich der eine oder die andere auch Vorsätze gemacht, die man möglichst erfüllen möchte. Unzählige Wahrscheinlichkeiten liegen in jeder Sekunde vor uns, aus denen wir diejenigen wählen, die unser Leben ausmachen. In der Regel geschieht das eher unbewusst und meistens auch ungeplant und unkoordiniert, so dass man sich immer wieder mit Realitäten konfrontiert sieht, die einem als eher unglücklich oder unangenehm erscheinen.

Ausgehend vom Seth-Material stellen sich solch unreflektierte Realitäten aber immer weniger ein, wenn man sich einmal auf den Weg der bewussten Realitätserschaffung gemacht hat und sich nicht mehr einfach von einem Ereignis zum nächsten passiv treiben lässt, um ständig nur auf irgendwelche Situationen zu reagieren, statt von Beginn an die eigenen Gedanken aktiv in die gewünschte Richtung zu lenken, um so jene Wahrscheinlichkeiten anzuziehen, die zur angepeilten Realität passen.

Das Thema "Wahrscheinlichkeiten" findet sich schon früh im Seth-Material und wird bis in die späten Sitzungen immer wieder von Seth behandelt. Da das Verständnis der Wahrscheinlichkeiten so ausschlaggebend für eine bewusste erfolgreiche persönliche Realitätsgestaltung ist, ist dieser Newsletter ganz diesem Thema gewidmet.

Die folgenden Auszüge aus den verschiedenen Büchern der Frühen Sitzungen sollen auch dazu einladen, sich wieder einmal in die kompletten Sitzungen über Wahrscheinlichkeiten zu vertiefen und sich vielleicht auch zu fragen, wie weit man schon auf dem eigenen Weg der bewussten Realitätserschaffung gekommen ist.

Wie immer mit den besten Grüßen,
Maurizio Vogrig und Ursula Lang


AUS DEN FRÜHEN SITZUNGEN:
SETHS KONZEPT DER WAHRSCHEINLICHKEITEN

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Aus Band 5 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 224:

Jede Aktion verändert jede andere Aktion. Wir kehren zurück zu unserem ABC. Daher wirkt sich jede Aktion in der Gegenwart auf jene Aktionen aus, die ihr die Vergangenheit nennt. Die kleinen Wellen von einem ins Wasser geworfenen Stein gehen in alle Richtungen.

Ich wage mich hier gerade ziemlich weit vor. Wenn ihr euch an das erinnert, was ihr über die Natur der Zeit wisst, solltet ihr wissen, dass die scheinbaren Schranken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur Illusionen sind, die aufgrund der Menge von Aktionen, die ihr physisch wahrnehmen könnt, verursacht werden. Daher ist es mehr als möglich, in der Vergangenheit auf ein Geschehnis zu reagieren, das noch nicht stattgefunden hat, und von der eigenen Zukunft beeinflusst zu werden.

Wir werden hier nicht auf die Frage des freien Willens oder der Prädestination eingehen, aber wir haben darüber gesprochen, und wir werden dies gründlich in Verbindung mit der Zeit im Allgemeinen diskutieren. Es reicht zu sagen, dass es für ein Individuum mehr als möglich ist, in der Vergangenheit auf ein Geschehnis in der Zukunft zu reagieren, das sich vielleicht niemals ereignet.

Weil aber Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft simultan existieren, gibt es keinen Grund, warum ihr nicht auf ein Geschehnis reagieren könnt, ob es nun zufällig in das kleine Realitätsfeld fällt, das ihr für gewöhnlich beobachtet und an welchem ihr teilnehmt, oder nicht.

Auf einer unbewussten Basis reagiert ihr auf viele Ereignisse, die noch nicht stattgefunden haben, soweit es eure ichbezogene Wahrnehmung von ihnen betrifft. Solche Reaktionen werden vom Ego sorgfältig von der bewussten Wahrnehmung abgetrennt. Das Ego findet solche Geschehnisse äußerst ablenkend und lästig, und wenn es gezwungen ist, ihre Gültigkeit einzugestehen, greift es nach den am weitesten hergeholten Erklärungen, um sie zu begründen.

Das innere Selbst kann tatsächlich Geschehnisse wahrnehmen, die sich nach dem physischen Tod ereignen werden. Es ist nicht und war auch niemals von der Egozeit gefangen. Seine Wahrnehmungen von anderen Zeiten werden lediglich durch das Ego behindert. Das innere Selbst kann Geschehnisse wahrnehmen, die ihm selbst nach dem physischen Tod geschehen, und es kann auch Geschehnisse sehen, die sich ereignen werden und bei denen es selbst keine Rolle spielt.

In all diesen Fällen gibt es jedoch Unsicherheiten, denn wahrscheinliche zukünftige Ereignisse können so deutlich vorhergesehen werden wie Ereignisse, die sich eher ereignen werden. Kein Geschehnis ist vorherbestimmt sich zu ereignen, und es kann verändert werden, nicht nur vor und während, sondern auch nach seinem Erscheinen. Nochmals: Ich spreche nicht symbolisch.
 

Aus Band 5 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 226:

Wenn das invertierte Zeitsystem als das verstanden wird, was es ist, dann steht das Individuum gleichzeitig auch mit den Erfahrungen in Kontakt, die es in der so genannten Vergangenheit gemacht hat, und es wird ihm auch möglich sein, Vorteile aus Geschehnissen zu ziehen, die in eurer Gegenwart noch nicht stattgefunden haben. Das bedeutet nicht, dass es sich bewusst zukünftiger Ereignisse gewahr ist, denn wenn ihr euch erinnert, dann können diese Ereignisse zu jedem Zeitpunkt von ihm verändert werden. Es macht beständig seine eigenen Erfahrungen. Es erschafft beständig die Geschehnisse der Vergangenheit, so wie es auch die Geschehnisse der Gegenwart und der Zukunft erschafft.

In vielerlei Hinsicht ist das Individuum nicht der Gnade vergangener Geschehnisse ausgeliefert, denn es verändert sie beständig. Daher ist es auch nicht der Gnade zukünftiger Ereignisse ausgeliefert, denn auch diese verändert es, und zwar nicht nur vor, sondern auch nach deren Auftreten.

Nun. So genannte Ahnungen werden tatsächlich häufig durch eine innere Erkenntnis, dass sich ein fragliches Geschehnis ereignen könnte, hervorgerufen. Wie ihr wisst, gibt es keine Ursache und Wirkung, so wie ihr das versteht. Trotzdem gibt es Wahrscheinlichkeiten. Es ist grundsätzlich falsch zu sagen, dass die Entscheidungen eines Individuums auf konkreten Geschehnissen in dessen eigener Vergangenheit beruhen müssen, und es stimmt auch nicht, dass es weitestgehend in seiner Vergangenheit gefangen ist oder dass seine zukünftigen Handlungen von seinen vergangenen Erfahrungen vorherbestimmt sind. Denn wie ihr jetzt versteht, ist die Vergangenheit so real wie die Zukunft, nichts mehr und nichts weniger. Sofern es das Individuum betrifft, existiert die Vergangenheit als ein Muster elektromagnetischer Ströme innerhalb des Gehirns, und diese Verbindungen verändern sich beständig.

Das Individuum kann vergangene Handlungen verändern, dies jedoch innerhalb der Einschränkungen, die wir bereits zuvor in unserer letzten Sitzung erwähnt haben. Daher hängen seine zukünftigen Handlungen nicht von einer konkreten und unveränderbaren Vergangenheit ab, denn eine solche Vergangenheit hat niemals existiert.

Ich würde diese Punkte wirklich gerne sehr klar machen. Nun. Ein durch Präkognition oder Hellsehen vorhergesehenes Geschehnis, ein zukünftiges Geschehnis, wird oder wird sich nicht innerhalb der Zeit, wie ihr sie kennt, ereignen. Denn ihr seht Wahrscheinlichkeiten, und das wahrscheinliche Ereignis wird oder wird sich nicht innerhalb eures Zeitsystems ereignen.

Solch ein Ereignis wird sich jedoch in einem anderen Zeitsystem ereignen, denn alle Wahrscheinlichkeiten werden Realität, auch wenn ihr sie vielleicht nicht wahrnehmen könnt.

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Aus Band 5 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 227:

Ein Teil des Gesamtselbst ist sich der Wahrscheinlichkeiten sehr bewusst. Nun. Es handelt sich um einen Teil des Selbst, der als empfangender Teilnehmer existiert, und zwar in der Dimension, über welche wir in unserer letzten Sitzung gesprochen haben. Das ist ziemlich schwieriges Material, und darum werde ich es euch behutsam vermitteln.

Das Ego, so wie ihr es kennt, das bewusste Selbst innerhalb eures Zeitsystems, dieses Ego erreicht und erfährt ein, lasst uns mal sagen, Ereignis X.

Dieses Ereignis X stellt wortwörtlich nur eines aus einer Menge unzähliger wahrscheinlicher Ereignisse dar, welche das bewusste Selbst erfahren könnte. Für seine Zwecke wählt das bewusste Selbst jedoch dieses spezielle Ereignis X aus. Aber nochmals: Bis das bewusste Selbst es erfährt, ist dieses Ereignis X nur eines von vielen anderen wahrscheinlichen Ereignissen, und es unterscheidet sich in keiner grundlegenden Weise von den anderen. Es wird nur real, wirklich und von jenen anderen wahrscheinlichen Ereignissen unterscheidbar, wenn es von unserem bewussten Selbst erfahren wird.

Ich mache diese Erklärung so einfach wie möglich und gebrauche das bewusste Selbst nur, da sich so bei der Darstellung weniger Schwierigkeiten ergeben. Es ist z. B. offensichtlich, dass einige Ereignisse auch vom Unterbewusstsein erfahren werden, die vom Ego erfahren werden oder nicht.
Dieses Ereignis X wird also nur real, mit euren Worten ausgedrückt, wenn es von unserem bewussten Selbst erfahren oder wahrgenommen wird. Aber was geschieht mit all diesen anderen wahrscheinlichen Ereignissen? Der einzige Unterschied zwischen ihnen und dem Ereignis X besteht darin, dass das Ereignis X von unserem bewussten Individuum wahrgenommen oder erfahren wurde. Anders ausgedrückt: Wäre das Ereignis X nicht wahrgenommen worden, wäre es dennoch genauso gültig oder ungültig, so wirklich oder unwirklich wie all die anderen wahrscheinlichen Ereignisse, die nicht wahrgenommen wurden.

Damit gelangen wir zu einer offensichtlichen Folgerung: Würde Ereignis X nicht wahrgenommen, wäre es noch immer einfach eine Wahrscheinlichkeit. Ebenso lässt sich sagen: Würde sich unser Individuum dazu entscheiden, das Ereignis - sagen wir - Y wahrzunehmen und zu erfahren, dann würde Y Realität werden und Ereignis X wäre noch immer unreal.

Wie ich euch das Ego erklärt habe, kann es innerhalb eures Systems nur im Rahmen von Kontinuität Wahrnehmungen machen, sozusagen auf eine geradlinige Art, ein Ereignis nach dem anderen. Es kann sich nur dazu entscheiden, ein Ereignis aus all den wahrscheinlichen Ereignissen auf einmal zu erfahren. Das Ego ist jedoch der einzige Teil des Selbst, der, im Allgemeinen, so darauf beschränkt ist, Erfahrungen in dieser Weise zu machen.

Da eure physische Zeit nun einmal so funktioniert, hat der physische Organismus innerhalb seines eigenen Bezugsystems keine Zeit, um mehr als ein wahrscheinliches Ereignis auf einmal zu erfahren. Er kann sich nicht gleichzeitig auf zwei Ereignisse fokussieren. Es versteht sich von selbst, dass wir die Dinge beträchtlich vereinfachen, denn jedes physische Ereignis ist in Wirklichkeit eine Gestalt vieler kleiner Ereignisse.

Das Erfahrungspaket, auf das ihr euch fokussieren könnt und das für euch einen Sinn ergibt, setzt sich tatsächlich aus vielen kleinen Paketen zusammen, aber das Gesamtpaket der Realität ist in Wirklichkeit viel größer als dieses. Es gibt jedoch einen Teil des Selbst, der Ereignisse auf eine völlig andere Art und Weise erfahren kann und dies auch tut, und dieser Teil des Selbst bewegt sich auf einer anderen Kurve. Denn wenn unser Individuum Ereignis X wahrnimmt, zweigt dieser andere Teil des Selbst sozusagen auf alle anderen wahrscheinlichen Ereignisse ab, die genauso gut vom Ego hätten erfahren werden können.

Aufgrund seiner Einschränkungen der physischen Zeit muss das Ego ein Ereignis aus all diesen auswählen. Aber dieser andere Teil des Selbst kann in das eintauchen, was ihr Ereignisse X1, X2, X3 usw. nennen könntet, und das tut es auch. Es kann all diese alternativen Ereignisse verfolgen und sie erfahren, und es kann dies in der gleichen Menge physischer Zeit tun, die das Ego braucht, um nur Ereignis X erfahren zu können.

Dies ist nicht so weit hergeholt, wie es vielleicht aussieht, denn nochmals: Ihr nehmt jetzt mehr wahr als ihr realisiert. Obgleich ihr euch dessen nicht bewusst seid, gehört das zum Bezugsystem eurer Erfahrung. Schon das einfache Schütteln einer Hand kann von euch als eine einfache Aktion wahrgenommen werden. Ihr seid euch der Millionen kleiner Aktionen, aus welchen sich diese scheinbar unbedeutende Handlung zusammensetzt, nicht bewusst.

Aber dennoch existieren diese Aktionen. Ihr müsst keine Zeit aufwenden, um sie alle einzeln wahrzunehmen. Ihr nehmt sie in ihrem Gesamtausdruck wahr. Dieser andere Teil des Selbst erfährt diese wahrscheinlichen Ereignisse auf bewusste Art und Weise genau so schnell, wie ihr unterbewusst die Millionen kleiner Aktionen, aus denen ein Händeschütteln besteht, wahrnehmt.


Aus Band 5 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 232:

Das Feld wahrscheinlicher Ereignisse existiert als eine Realität. Aus ihr wählt das Selbst jene Aktionen aus, die ein Teil der physischen Realität werden sollen.

Nun. Oft stellen sich hellseherische Informationen als falsch heraus. Manchmal ist das der Fall, weil ein anderes wahrscheinliches Ereignis vom Selbst zur physischen Materialisation ausgesucht wurde. Ich habe Zugriff auf das Feld der Wahrscheinlichkeiten und ihr nicht - auf eine ichbezogene Weise habt ihr das nicht. Ich habe auch Zugriff auf eure so genannte Vergangenheit. Ich kann eure Gegenwart sehen. Für mich verschmelzen eure Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer Einheit.

Aber wie ich euch gesagt habe, verändert sich eure Vergangenheit andererseits beständig. Sie scheint sich für euch nicht zu verändern, denn ihr verändert euch mit ihr. Ihr seid euch der Veränderungen nicht gewahr, die eingetreten sind. Hellsehen ist aber nicht das Thema bei Informationen, die eure Vergangenheit betreffen. Eure Zukunft verändert sich so wie sich eure Vergangenheit verändert. Aber hellseherische Informationen befassen sich mit der Zukunft, also präkognitive hellseherische Informationen, und hier ist es, wo das Thema zum Tragen kommt.

Lass uns ein Beispiel betrachten. Nimm einmal an, dass du in der vierten Klasse hinter einem John X saßest. Zu der Zeit, als du hinter ihm saßest, mochtest du ihn sehr. Er war dann ein angenehmer Bursche, und als solchen betrachtetest du ihn auch.

Jetzt lass uns annehmen, dass du in der sechsten Klasse mit diesem gleichen John X einen ernsten Streit hattest und ihn dann überhaupt nicht mehr mochtest. Du nahmst ihn als einen unangenehmen Zeitgenossen wahr.

In der zwölften Klasse wurdet ihr dicke Freunde. Er ist also wieder ein angenehmer Bursche. Du kennst ihn während einiger Folgejahre. Jemand mit mutmaßlich parapsychischen Kräften schaut in deine Vergangenheit und sagt dir, dass du in der frühesten Schulzeit hinter einem äußerst unangenehmen und unsympathischen Kind gesessen hast und nennt den Namen John X.

Du glaubst, die Information sei falsch, denn John X, so bist du überzeugt, ist ein Freund von dir und ist schon immer ein Freund von dir gewesen, und auf bewusster Ebene bist du davon überzeugt, dass du ihn immer als sehr angenehm empfunden hast. Auf bewusster Ebene hast du die Vergangenheit vergessen und sie wiedererschaffen.

In den meisten Fällen ist es aber die Zukunft, an der ihr interessiert seid. Die Zukunft verändert sich. Ihr verändert sie in der gleichen Weise, wie ihr die Vergangenheit verändert habt. In solchen Fällen ist es notwendig, dass der richtige Kanal wahrscheinlicher Ereignisse empfangen wird, wobei mit richtig der Kanal gemeint ist, der letztlich gewählt wird. Und die Wahl hängt sowohl von euren Entscheidungen in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart ab. Diese Entscheidungen basieren jedoch auf euren sich verändernden Wahrnehmungen von Vergangenheit und Gegenwart. Weil ich einen größeren Wahrnehmungsbereich als ihr habe, kann ich mit viel größerer Leichtigkeit voraussagen, was sich ereignen kann.

Vorhersagen per se widersprechen der Theorie des freien Willen nicht, aber der freie Wille hängt von viel mehr ab als nur von der Freiheit des Egos. Wäre es dem Ego erlaubt, alle Entscheidungen zu treffen, ohne dass es auf anderen Schichten des Selbst die Möglichkeit eines Vetos gäbe, wärt ihr alle wirklich in einer traurigen Lage.

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Aus Band 6 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 248:

Was ist mit den Zyklen der Geschichte? Ihr habt, glaube ich, vor einigen Tagen darüber gesprochen. Und was ist mit der geräumigen Gegenwart und euren Quasaren? Was ist mit der geräumigen Gegenwart und den Voraussagen von Nostradamus, zum Beispiel? Was ist mit der geräumigen Gegenwart in Verbindung mit Evolution? Alle diese Fragen folgen naturgemäß und sollen hier beantwortet werden.

Wir müssen daher die erwähnten Prinzipien vom Individuum weg nach außen richten und sie in sein von ihm geformtes Umfeld und in die historische Reihenfolge bringen. Das ist eine große, aber wichtige Aufgabe, die uns intensiv beschäftigen wird. 

Jene von mir übermittelten Prinzipien, die sich auf das Individuum beziehen, sind offensichtlich auch auf Nationen und Völker anwendbar. Wenn also ein Individuum seine eigene Vergangenheit verändern kann, dann folgt daraus, dass auch ein Volk seine Vergangenheit verändern kann, dass eine Nation vergangene Ereignisse verändern kann, dass die Zukunft die Vergangenheit historisch beeinflussen kann und dass ein Tod sogar eine Geburt verändern kann.

Aktionen, sogar historische Aktionen innerhalb eures Systems, haben ihre Realität auch in anderen Systemen, obwohl sie dort in einer ganz anderen Art wahrgenommen werden. Erinnert euch an einige der Hauptpunkte, die ich euch in Bezug auf Wahrscheinlichkeiten durchgab. In einer bestimmten Dimension hat somit Napoleon Europa vollständig erobert, und die aus jener Wahrscheinlichkeit stammenden Aktionen laufen in jener Dimension weiter.

Nun. Die psychische Energie ist die einzige Realität, aus der alle anderen entspringen. Die äußere Umgebung ist eine Reflektion der inneren Umgebung.

Wenn einmal klar geworden ist, dass der Mensch tatsächlich sein eigenes physisches Universum konstruiert und dass der individuelle Mensch sein eigenes physisches Bild erschafft, dann können sicher bedeutende Fortschritte gemacht werden. Es versteht sich von selbst, dass die Bewohner dieser anderen wahrscheinlichen Systeme genau so real sind wie die Bewohner eures eigenen Systems.

Sie würden euer System als ein wahrscheinliches Universum betrachten. Sie träumen wie ihr träumt. Sie verwenden Atome und Moleküle wie ihr. Die Systeme sind getrennt, aber in Raum oder Zeit nicht verschieden. Sie bestehen nebeneinander, aber sie können sich auf natürliche Weise nicht treffen, da das negative Universum neben eurem eigenen existiert, aber davon abgetrennt ist.

Nun. Die geräumige Gegenwart enthält offensichtlich alle diese Systeme, und alle diese Systeme sind offene Systeme, denn die Energie, welche sie zusammensetzt, ist die gleiche. Sie erscheinen jedoch als geschlossene Systeme; wir werden bei einer anderen Gelegenheit noch intensiver auf diesen Punkt eingehen.

Ihr müsst euch an mein Material über Momentpunkte und die Natur der Aktion erinnern. Alles davon kommt hier zur Anwendung. Nochmals: Ihr nehmt nur einen kleinen Teil irgendeiner Aktion wahr, und wenn ihr aufhört, sie wahrzunehmen, scheint es euch, als ob die Aktion selbst aufhöre, und so wird eine künstliche Barriere errichtet.

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Aus Band 7 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 282:

Traumobjekte sind sekundäre Konstruktionen, aber sehr gültige. Diese haben weit mehr als eine nur imaginäre Realität, und sie verfügen auch über Bewusstsein, aber über ein fragmentarisches Bewusstsein, das sie jedoch weiterentwickeln können.

Ihr seid euch dieser Konstruktionen bewusst, da das innere Selbst auf deren Spur bleibt. Ihr lebt innerhalb der Traumrealität viele Möglichkeiten aus, und innerhalb von Träumen probiert ihr Alternativen aus, und zwar nicht unbedingt nur solche kurzer Zeitspannen.

Du wärst zum Beispiel ein ausgezeichneter Arzt geworden. Mit euren Worten ausgedrückt, arbeitetest du diese Möglichkeit während einer Periode von drei Jahren aus, indem du ein Traumbezugssystem webtest, in welchem du genau erlebtest, wie dein Leben verlaufen wäre, wärst du in die Medizin gegangen.

Nochmals: Das war mehr als nur Imagination. Im Traumzustand erlebtest du sprichwörtlich ein zukünftiges Leben, das als eine definitive Möglichkeit existierte. Anders ausgedrückt, überprüftest du eine Wahrscheinlichkeit, wähltest aber eine andere. Der Mediziner existierte in einer Dimension und tut dies auch weiterhin. Offensichtlich gab es finanzielle Einschränkungen soweit es die Ausbildung betraf. Unterbewusst neigtest du jedoch zu einem beträchtlichen Grad in jene Richtung. Dies alles ist schwierig zu erklären. Du trafst zum Beispiel Patienten. Einige dieser Leute kennst du auch in dem Leben, dass du wähltest.

Dieses Reisen in wahrscheinliche Systeme findet im Traumzustand, mit Unterschieden, ständig statt. Das Individuum entscheidet sich dann, welche Wahrscheinlichkeiten es in physischem Sinne real werden lassen möchte.

Der Punkt hierbei ist, dass solche Traumepisoden wahrscheinliche physische Realitäten darstellen. In einer solchen Episode folgtest du zum Beispiel dem gegenwärtigen Kurs bis zu seinem Ende. Daher bist du dir unterbewusst deiner Zukunft gewahr, weil du sie gewählt hast.

Nun. Es gibt jedoch immer Ausweich- und neue Wahlmöglichkeiten. Du kannst dich jetzt an irgendeinem Punkt anders entscheiden. Die verschiedenen Wahlmöglichkeiten waren in den Traumepisoden bekannt. Du sahst also zukünftige Möglichkeiten innerhalb des Hauptwahlsystems voraus.

In deinem gegenwärtigen täglichen Leben geht dieser Prozess weiter. Die meisten dieser Träume sind vom Ego sehr abgetrennt und werden nur selten erinnert. Das Selbst, welches diese divergierenden Pfade verfolgt, ist real. Das sind gültige Projektionen. Sie repräsentieren Realitätssysteme, derer ihr euch nicht gewahr seid.

Der Arzt, der du hättest sein können und in diesem System nicht bist, träumte einst von einem wahrscheinlichen Universum, in welchem er ein Künstler wäre. Er arbeitet weiterhin seine eigenen Wahrscheinlichkeiten aus. Vielleicht malt er als Hobby. Aber tatsächlich existiert er in einem anderen System. Du nennst sein System ein alternatives Wahrscheinlichkeitssystem, aber genau so würde er auch dein System bezeichnen.

Es wird einige Erfahrungen geben, die im Traumzustand geteilt werden. Sie werden mit Episoden zu tun haben, die euch beiden vertraut sind und aus einer Zeit stammen, bevor ihr getrennte Wege gingt. Ihr seid wie zwei Äste des gleichen Baums. Ihr anerkennt die gleiche Mutter. Einige dieser wahrscheinlichen Systeme basieren auf molekularer Struktur, und eure Erscheinungen in solchen Systemen wären ähnlich, jedoch nicht identisch.

Die Träume, die ihr bei gemeinsamen Erfahrungen hättet und hattet sind Wurzelträume. Solche Wurzelträume dienen als eine Methode, die innere Identität aufrechtzuerhalten und zur Kommunikation. In solchen Träumen kann es Erkenntnisblitze geben. Auch können Projektionen von solchen Wurzelträumen ausgehen. Du kannst dich zum Beispiel in das Leben jenes Mediziners projizieren.

Ich gebrauche hier dich und die Mediziner-Wahrscheinlichkeit als Beispiel. Sieh, auch die Kunst ist nahe mit dem Heilen verbunden. Die Projektionen, von denen ich gesprochen habe, treten immer wieder und spontan bei beiden deiner Teile auf. Verschiedene Aspekte der Persönlichkeit werden so entwickelt. Reinkarnation ist nur ein Teil dieses Wahrscheinlichkeitssystems, und zwar der Teil, der zu deinem besonderen Universum gehört.


Aus Band 9 DIE FRÜHEN SITZUNGEN, Sitzung 438:

Nun. Alle Wahrscheinlichkeiten und alle Möglichkeiten haben ihren Ursprung in der Nichtzeit.
Einige davon werden als definitive Ereignisse in eurem eigenen System wahrgenommen und erlebt. Ihr seid es, die zwischen den Wahrscheinlichkeiten auswählt und aus diesen die Kollektion formt, aus der sich jedes einzelne Ereignis zusammensetzt.

Ihr benutzt Wahrscheinlichkeiten wie Bausteine, um Ereignisse zu bauen. Ihr wählt aus. Das setzt ein inneres Wissen und Abwägungen voraus, denn ihr müsst euch der Wahrscheinlichkeiten gewahr sein, um aus ihnen auswählen zu können. Das innere Selbst hat daher dieses Wissen und wendet es an. Diese Wahrscheinlichkeiten beinhalten Netzwerke und mutmaßliche Aktionen und Reaktionen, in die nicht nur ihr, sondern auch andere involviert sind.

Eure Computer sind Spielzeuge im Vergleich zu diesen inneren Tätigkeiten. Der Hauptteil oder die Mehrzahl der Ereignisse „verfestigen sich“, in Anführungszeichen, in eurem Sinne erst im letzten Moment. Gemäß eurem Verständnis und eurer Interpretation des Wortes, ist kein einziges Ereignis von einer Quelle außerhalb von euch selbst vorgegeben.

Das Umfeld eurer Kindheit wurde zum Beispiel von euch ausgewählt und bestimmt. Innerhalb dieses Bezugssystems gabt ihr euch selbst aber auch die Freiheit zu manipulieren und zu verändern. Die Hauptereignisse einer Zivilisation wurden von der entsprechenden Bevölkerung ausgewählt; aber nur weil ein bestimmter Kurs eingeschlagen wurde, heißt das noch lange nicht, dass er nicht jederzeit wieder geändert werden könnte.

Ereignisse werden daher in eurer Zeit aus ihren Ursprüngen in der Nichtzeit verwirklicht. Es gibt in diesem Sinn kein Versiegen der Quelle oder des Vorrats von Wahrscheinlichkeiten, und deshalb ist die Nichtzeit kein statisches abgeschlossenes kosmisches Vorratslager. Es wird laufend hinzugefügt. Jedes Ereignis, das ihr aus irgendeiner Reihe von Wahrscheinlichkeiten formt, führt automatisch zu neuen Wahrscheinlichkeiten.

Die Natur einer wahrscheinlichen Aktion führt nicht unweigerlich zu einer bestimmten unausweichlichen und abschließenden Handlung.

Wahrscheinlichkeiten dehnen sich im Sinne von Werterfüllung aus. Eine bestimmte Handlung führt daher nicht unbedingt zu Aktion B und C und demzufolge zu einer abschließenden Aktion, sondern bildet stattdessen Ableger in unendlich viele Richtungen, und diese Ableger haben ihrerseits wieder Ableger. Die Sitzungen über kreative Dilemmas und über das relative Nichtsein werden euch hier weiter helfen.

Gib uns einen Moment. Das ist das, was ich über Realität weiß, aber es gibt noch mehr darüber zu wissen.

„Außerhalb“, in Anführungszeichen, der Realitäten, derer ich gewahr bin und derer sich andere gewahr sind, gibt es Systeme, die wir nicht beschreiben können. Es sind massive Energiequellen, kosmische Energiebanken, welche die ganze Realität der Wahrscheinlichkeiten ermöglichen.

Wir bewegen uns in diese Richtung. Teile der Wesenheit, in Anführungszeichen, „kommen“ vor anderen Teilen „an“ und senden uns Nachrichten, die wir kaum verstehen können. Die andere Persönlichkeit, die hier spricht, befindet sich am Rande eines solchen Systems. Das andere System ist die Innenseite des Inneren. Es hat die Geburt und den Tod vieler physischer Universen wie das eure gesehen, und die darin befindlichen Wesenheiten waren, in Anführungszeichen, „einmal“ die Bewohner solcher Universen.

Sie haben sich über alle Wahrscheinlichkeiten, so wie wir sie verstehen, hinaus entwickelt, und doch haben sie außerhalb der Wahrscheinlichkeiten immer noch eine Existenz. Das kann schlicht nicht mit Worten erklärt werden. Sie bilden Energiequellen. Aber das alles und alle diese Wahrscheinlichkeiten schmälern oder verleugnen das Individuum keineswegs, denn es ist das Individuum, auf dem alles andere ruht, und es ist das Individuum als Basis, aus der alle Wesenheiten ihre Existenz beziehen und der alle Arten von Evolutionen entspringen.

Niemals werden einem Individuum die Erinnerungen und Emotionen entzogen. Sie stehen immer zu seiner Verfügung, und alle jene, die miteinander verbunden waren, sind jederzeit frei, die Erinnerungen und Emotionen zu erneuern oder zu ignorieren.

Ihr könnt eure Pause machen.

(c) Seth-Verlag, 2014

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