Seth-NL 38: Gedanken über Visionen, Schwangerschaft und Geburten

Seth-NL 38: Gedanken über Visionen, Schwangerschaft und Geburten

Liebe Seth-Leserin, lieber Seth-Leser

In Newsletter 37 zeigten wir eine Stelle aus der Neuübersetzung von DAS SETH-MATERIAL, in der Seth unter anderem darüber spricht, warum es bei einem Fötus evt. zu einer Fehlgeburt kommen kann. Dort sagte Seth: "Viele natürliche Fehlgeburten finden statt, wenn die neue Persönlichkeit Schwierigkeiten hat, die neue Form aufzubauen, sich in einer Projektion ratsuchend an andere wendet und dann den Rat erhält, nicht zurückzukehren." (Sitzung 509, am 4. September 1969.)

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1954, 15 Jahre vor besagter Sitzung und 9 Jahre, bevor Seth überhaupt durch Jane Roberts zu sprechen begann, erlebte sie selbst eine Fehlgeburt. Über drei Jahrzehnte später und basierend auf den Erfahrungen mit Seth und dem Seth-Material blickte Robert Butts 1991 zurück und hielt seine Gedanken in einem Beitrag für die Seth-Zeitschrift Reality Change fest. Die obige Skizze zeichnete Rob um 1971 und legte sie seinem Text als Illustration bei.

Im vorliegenden Newsletter präsentieren wir Ihnen einen Auszug aus Robs Text. Den ganzen Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe von Multidimensionale Wirklichkeit, der Vereinszeitschrift der Seth-Freunde.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Seth-Verlag,
Maurizio Vogrig und Ursula Lang

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EIN BRIEF VON ROBERT BUTTS

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Vor ein paar Wochen, als ich in meinem Atelier unseres Hauses am Malen war, hatte ich eine Vision. Ich stand vor der Staffelei und versuchte, eine technische Herausforderung beim Malen eines Porträts zu lösen, als ich spürte, dass innerhalb meines linken peripheren Gesichtsfeldes, ungefähr 30 cm über dem Boden, ein Gemälde in kräftigen Farben schwebte.

Es war ungefähr 45 cm breit und 30 cm hoch. Ein paar Sekunden vergingen, bevor ich vollständig erfasste, was hier geschah. Behutsam wendete ich mich dem Bild etwas näher zu. In der kurzen verbleibenden Zeit der Vision sah ich, vollständig ausgeformt, ein abstraktes Muster von flachen und sich kräuselnden, ineinander verflochtenen Formen, ungleich allem, was ich je zuvor gemalt hatte. Ich fand es wunderschön und gleichzeitig sehr symbolisch.

Meine Vision gewährte mir nicht nur Erholung von einer anspruchsvollen Porträtarbeit und zeigte mir den Kern eines neues Bildes; vielmehr führte sie mich auch zu den Anfangsmonaten unserer Ehe zurück. Ich betrachte meine Vision als ein Gebären. Jane hatte das gleiche Gefühl in Bezug auf ihre Bücher und ihre Poesie. Wir waren nicht dagegen, Kinder zu haben. Es war einfach nur so, dass wir beide intuitiv das Gefühl hatten, auf eine andere Art, nämlich durch unsere individuelle und gemeinsame Kunst, etwas in diese Welt zu bringen. Als Jane ein paar Monate nach unserer Heirat im Dezember 1954 das Gefühl hatte, schwanger zu sein, akzeptierten wir jedoch auch diese Möglichkeit.

 Als Jane zu ermüden begann und sich ein paar andere körperliche Anzeichen zeigten, ging sie zu einer Ärztin in Englewood. Diese führte einen Schwangerschaftstest durch und informierte Jane dann, dass sie  nicht  schwanger sei.

Als Jane zu ermüden begann und sich ein paar andere körperliche Anzeichen zeigten, ging sie zu einer Ärztin in Englewood. Diese führte einen Schwangerschaftstest durch und informierte Jane dann, dass sie nicht schwanger sei.

Wir wohnten damals in Englewood, New Jersey. Dieser Ort liegt westlich von New York City, am Hudson Fluss, und wir verbrachten viele Tage damit, mit Bus und Metro nach Manhattan zu fahren um Verlags- und Zeitungsbüros nach freiberuflichen Schreib- und Werbeaufträgen abzuklappern. Oft war das eine sehr ermüdende Arbeit: Nach Manhattan zu fahren, die Aufträge zu bekommen, zurück in die Wohnung zu gehen und die Arbeiten auszuführen; manchmal bedeutete es auch, bis tief in die Nacht zu arbeiten, um den Abgabetermin zu erfüllen - und dann wieder in die Stadt zu reisen, um die Arbeit abzuliefern. Und daraufhin begann das Ganze wieder von vorne. Manchmal führten wir auch mehrere Aufträge gleichzeitig aus.

Als Jane zu ermüden begann und sich ein paar andere körperliche Anzeichen zeigten, ging sie zu einer Ärztin in Englewood. Diese führte einen Schwangerschaftstest durch und informierte Jane dann, dass sie nicht schwanger sei.

Wir waren schon vor diesem Test zu einer Party eingeladen worden. Da wir das Resultat nun erhalten hatten und annahmen, Jane sei nicht schwanger, entschieden wir uns, an diese Party zu gehen, länger dort zu bleiben, etwas Spaß zu haben und uns ein paar Drinks zu genehmigen. Als wir nach Hause zurückkehrten, begann Jane Krämpfe zu haben. Wir wussten nicht genug darüber oder hielten es nicht für nötig, einen Arzt zu rufen. Ungefähr eine Stunde später hatte Jane einen Spontanbort, was nach den heftigen Krämpfen außergewöhnlich leicht für sie war, und sie fiel danach in einen tiefen Schlaf. Ich machte eine Zeichnung des Fötus, der ungefähr 5 cm gross war, damit Jane diese der Ärztin am nächsten Tag zeigen konnte. Ich habe mir oft gewünscht, daran gedacht zu haben, zwei Zeichnungen zu machen, damit wir eine davon hätten behalten können.

Janes Ärztin war natürlich sehr alarmiert über diesen Vorfall und wollte, dass meine Frau einen oder zwei Tage im Krankenhaus verbrachte, damit untersucht wurde, ob irgendeine Art von Nachbehandlung nötig wäre. Jane lehnte dies ab und hatte auch keine Komplikationen. Die Ärztin erklärte, dass der Test normalerweise zuverlässig, aber nicht unfehlbar sei. Schon bald war Jane wieder ihr lebhaftes und energiegeladenes Selbst. Die Episode begann sich in unsere gemeinsame Vergangenheit abzusenken. Wir kehrten zu unserer Arbeit zurück.

Natürlich würdigten wir damals die enorme Kreativität dieser von mir beschriebenen Ereignisse nicht sehr, obwohl ich sicher bin, dass wir das intuitiv eben doch getan haben und wahrscheinlich immer noch tun. Aber damals waren wir waren viel zu stark mit unseren Alltagsangelegenheiten beschäftigt, um auf tiefgreifendere psychische Fragen einzugehen. Im konventionellen Sinne lag Janes Entwicklung des Seth-Materials noch acht Jahre in der Zukunft. Wir befanden uns in einem alltäglichen Überlebenskampf, wie so viele andere.

Was waren meine Gedanken, als ich die Bleistiftskizze dieser Schöpfung von Janes und meinem Körper anfertigte? Ich weiß es nicht. Ich erinnere mich nicht daran, die Realität des Fötus hinterfragt zu haben - oder den Impuls einer Absicht, die er für einen Auftritt in der physischen Welt gehabt haben könnte. Ich erinnere mich auch nicht daran, dass Jane und ich darüber sprachen.

Ende 1963 begann Jane für Seth zu sprechen. Etliche Jahre später gab uns Seth, ohne danach gefragt worden zu sein, in einer Sitzung kurz die Information durch, dass der Fötus - unbekannten Geschlechts - nie irgendeine Absicht gehabt habe, geboren oder gar erwachsen zu werden. Wir sollten uns deswegen nicht schlecht fühlen, sagte Seth, denn jenes kaum geformte Geschöpf hatte sich bloß gewünscht, nur eine ganz winzige Kostprobe physischer Realität zu erleben. Es wollte sie nur so berühren, wie ein Zeh das Wasser berührt, denn seine Wesenheit hatte zu jener „Zeit“ andere Pläne, andere Ziele.

Für uns bedeutete das auch, dass wir gewünscht hatten, es zu jener „Zeit“ nur beinahe zu berühren. Und doch wussten Jane und ich, dass irgendein unbekannter Teil von uns beiden für ganz kurze Zeit mit uns an unserem physischen Leben teilgenommen hatte, bevor er sich wieder in eine andere Realität außerhalb unseres Horizonts hinweg geschwungen hatte. Ich habe mich oft danach gefragt. Ich weiß es nicht - aber vielleicht kann dieser Hinweis auf wahrscheinliche Möglichkeiten in einer solchen Situation ein Trost für andere Menschen sein.

Oft denke ich auch darüber nach, wie anders unser gemeinsames Leben gewesen wäre, wenn sich dieses Kind entschieden hätte, geboren zu werden und aufzuwachsen. Ich glaube, dass Janes und meine gemeinsame Kreativität sich trotzdem ungebremst ausgedrückt hätte, dass sie in der Tat nicht zu stoppen war (und ist). Da gibt es keine Bedenken! Unser Leben hätte sich in seinem alltäglichen Ausdruck etwas verändert, aber nicht in seinem Kern. Das Seth-Material per se hätte jedoch in Erscheinung treten können oder eben auch nicht.

Eine Änderung von Wahrscheinlichkeiten, vor allem eine derart bedeutungsvolle wie ein Kind zu haben, hätte starke kreative Wellen durch unser Leben gesandt. Meine letzte aktuelle Vision - meine eigene letzte Geburt sieben Jahren nach Janes Tod - hätte stattfinden können oder auch nicht. Auf irgendeine Art, die ich spüre, aber nicht in Worte fassen kann, wäre diese Vision vielleicht nicht notwendig gewesen, wenn unser Kind sich entschieden hätte, geboren zu werden. Die „Zeit“, jene 36 Jahre, die zwischen den beiden Ereignissen fließt, spielt emotional und psychisch keine Rolle. Ich denke gerne, dass das aus jener Vision entstandene Gemälde die Farben und Geheimnisse des Universums enthält, so wie wir es uns jetzt vorstellen und erschaffen. Wie wäre es gewesen, so frage ich mich, wenn dieses ungeborene Kind diese gleichen Farben und Geheimnisse vollständig in sich enthalten hätte, so dass die Vision irrelevant gewesen wäre?

„Irgendwo“, irgendwie wurde Janes und mein ungeborenes Kind geboren und forscht nach seinen eigenen schönen und liebevollen Zielen. Ahnt wohl eines seiner wahrscheinlichen Selbst etwas von uns? Natürlich. Ich glaube auch, dass Jane nun sehr viel mehr über diese ganze Situation, über diese Wahrscheinlichkeit des Seins weiß, als ich in dieser Phase meines eigenen Lebens weiß oder wissen kann. Ich spüre, dass es kreative Geheimnisse innerhalb der Geheimnisse des uns bekannten Lebens gibt, und ich fühle mich privilegiert, mir dessen bewusst zu sein.

Ich wünschte mir einfach nur, meine Empfindungen noch besser ausdrücken zu können - aber solange ich unzufrieden darüber bin, treibt mich das auch an, mehr darüber zu erfahren. Ich glaube, dass ich in diesem Brief genug Fragen aufgeworfen habe, um ein ganzes Buch zu füllen. Manchmal stelle ich mir vor, wie Jane über mich lächelt, wenn sie mich in dieser physischen Realität herumstrampeln sieht!

Robert Butts


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