Maurizio Vogrig

Die frühen Sitzungen, Band 7

Maurizio Vogrig
Die frühen Sitzungen, Band 7
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Band 7 zeigt die weitere Entwicklung von Jane Roberts als Channel für Seth. Er, der sich selbst als nicht mehr in der physischen Realität zentrierte Energie-Essenz-Persönlichkeit bezeichnet, spricht in den 52 diesen Band umfassenden Sitzungen wie in den ersten sechs Büchern eine weit gefächerte Auswahl von Themen an und wendet sich während eines Sitzungsabends in einem langen Referat über den Aufbau der Realität und den Sinn des Lebens zudem an eine High School-Klasse in Boston.

Aber auch kontroversen Fragen weicht er nicht aus und spricht ausführlich über den Einfluss und die Gefahren von LSD und anderen Drogen auf psychedelische Erfahrungen und Projektionen im Astralkörper. Ein weiteres Hauptthema dieses Bandes sind die für unsere physische Realität so bedeutsamen Grund- oder Wurzelannahmen.
 

LESEPROBE

SITZUNG 281, 29. AUGUST 1966, 21:00 UHR, MONTAG

SELBSTMITLEID UND LEIDENSCHAFTLICHE WÜNSCHE ALS KATALYSATOREN; HEUSCHNUPFEN ALS SCHUTZMECHANISMUS UND SYMPTOM VON HILFLOSIGKEIT; 68. UMSCHLAGEXPERIMENT


(Das 68. Umschlagobjekt war ein Gedicht, das Jane für mich am Abend des 3. Juli 1966 geschrieben hatte. Es war mit einem dunklen Stift ohne viel Druck auf gelbes Papier dieser Seitengröße geschrieben worden. Das Papier war gemäß der Skizze gefaltet, dann zwischen die zwei üblichen Stücke Halbkarton gelegt und schließlich wie gewohnt in den Doppelumschlag gesteckt worden. Die Rückseite des Blattes war leer. Ich wusste nichts über die Umstände, unter denen Jane das Gedicht geschrieben hatte, und ich hoffte, die Informationen würden mir darüber Klarheit verschaffen. Details folgen an passender Stelle.

(Jane begann sitzend und mit geschlossenen Augen zu sprechen. Bald öffneten sie sich. Ihre Stimme war durchschnittlich und sie machte einige Pausen.

(Beginn um 20:58 Uhr.)

Guten Abend.

(„Guten Abend, Seth.“

(Lange Pause.) Nun. Ruburt schickte eine Nachricht und sie wurde empfangen. Ich beziehe mich hier auf den heutigen Besuch eures Freundes.

Der bewusste Geist hatte hiermit nichts zu tun. Er wünschte sich die Anwesenheit des Freundes sehr. Der Wunsch wurde Realität. Ihr müsst die Regeln verstehen, die hierbei zutrafen. Denn sie treffen zu, ob ihr sie nun versteht oder nicht, und ob es sich bei dem Wunsch um einen handelt, den ihr wirklich erfüllt haben wollt oder nicht.

(Heute Nachmittag hatte uns unser Freund Jim Beckett seit Monaten wieder einmal besucht. Jim war früher Fernsehtechniker. Gestern Abend machte unser Fernsehgerät Probleme, und Jane wünschte sich laut, dass Jim uns besuchen und den Fernseher reparieren würde, wie er es früher getan hatte.

(Jim wohnt außerhalb der Stadt und ist nun Pikettmechaniker für Bürogeräte. Er hat an einigen Sitzungen teilgenommen, vor vielleicht zwei Jahren. Heute erzählte er uns, dass er, als er in der Nähe unseres Heims vorbeifuhr, den starken Drang verspürte, uns zu besuchen.)

Nehmt zum Beispiel dieses unterbewusste Gefühl: „Ich möchte getröstet werden. Wenn ich krank wäre, hätte jemand Mitleid mit mir und würde mich dann trösten.“ Solch ein Wunsch liegt nur sehr selten auf einer bewussten Ebene, aber er ist oft emotional geladen, und er erzeugt aufgrund der Ladung, die er in sich trägt, unmittelbare Resultate. Wann immer ihr euch in Stimmungen von Selbstmitleid ertappt, umwerbt ihr solche Resultate.

Dem kann man nicht entkommen. Ihr müsst einfach verstehen, dass Selbstmitleid, mit euren Worten ausgedrückt, höchst destruktiv ist. Ein jedes emotional geladene Gefühl wird beinahe augenblicklich Realität. Dies verleiht euch aber auch einen Vorteil, falls ihr die Prinzipien versteht. Wenn du dir stark wünschst, deine Bilder zu verkaufen, mein Freund, wirst du das auch tun. (Jane schaut mich an, die Augen weit geöffnet und dunkel.)

Wenn du dir leidenschaftlich wünschst, dass andere sie besitzen und aus ihnen Nutzen ziehen können, dann wirst du sie verkaufen, und aufgrund deiner Wünsche wirst du die notwendigen Schritte in Angriff nehmen. Aber ungeachtet jener Schritte werden sich die Bilder verkaufen.

Wenn du dir leidenschaftlich wünschst, sie zu behalten und wenn du fürchtest, einen Teil von dir selbst zu verlieren, wenn du sie weggibst, dann wird dies es sein, was du anderen vermittelst, und dies sind dann die Informationen, aufgrund derer sie handeln werden.

Das Pendeln ist eine ausgezeichnete Methode, um deine unterbewussten Gefühle zu entdecken und sie tatsächlich auch zu verändern. Wie ihr übrigens beide vermutet, war die Musik, die ihr heute Abend gespielt habt, von mehreren Gesichtspunkten aus gesehen äußerst nützlich. (Yma Sumac.) Jede Verbindung mit vergangenen Perioden von Produktivität oder Freude hat einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart. So wie negative Suggestionen ihre Rolle spielen, so gilt das auch für positive Suggestionen, und beide im Sinne von Symbolen. Diese positiven Symbole können ganz gezielt genutzt werden. Sie sollten zu eurem eigenen Wohl genutzt werden. Ihr macht das häufig, ohne es zu realisieren, aber ein bewusstes Wissen wird euch helfen.

Gib uns hier bitte einen Moment... Ich suche nach einer Verbindung für dich, welche die Vergangenheit betrifft. Eine negative Antwort, die mit Dr. Martin zu tun hat. Eine für mich undeutliche Verbindung zwischen der fremden jungen Frau hier bei euren Freunden und Emma Martin. Eine alte, unangenehme Assoziation. Du fühltest dich als Kind unbehaglich. Dr. Martin und seine Frau besuchten deine Eltern. Du weintest und du hörtest deutlich, wie Emma Martin deiner Mutter sagte, sie solle nicht zu dir gehen, du würdest dann schon ruhig werden.

Dann wurde eine Tür geschlossen. Die junge Frau erinnerte dich aufgrund einer Assoziation an Emma Martin aus jener Zeit.

(Das war für mich sehr interessant und eine Überraschung. Seit kurzer Zeit wende ich gemäß Seths Ausführungen ziemlich erfolgreich Suggestionen in Bezug auf meinen Heuschnupfen an. Freitag war ein guter Tag gewesen. Freitagabend hatten wir Besuch - Marilyn und Don Wilbur, Dons Bruder und eine junge Frau namens Pat, die wir nicht kannten.

(Später an jenem Abend befiel mich der Heuschnupfen sehr stark und ich hatte ein schlechtes Wochenende. Ich fragte mich, was wohl der Grund war. Das Pendel sagte mir, ich habe auf die Gruppe von Freitagabend reagiert. Aber da ich noch nie vorher auf die Wilburs reagiert hatte, war ich noch immer verwundert.

(Dr. und Emma Martin sind alte Freunde meiner Eltern und ihr Alter ist etwa um die 70. Natürlich habe ich Kindheitserinnerungen an sie. Kaum hatte Seth sie erwähnt, sah ich sofort eine deutliche Ähnlichkeit zwischen Emma Martin, so wie sie gewesen war, und der jungen Frau, Pat. Das Lächeln der beiden war sehr ähnlich. Bewusst hatte ich jedoch keine solche Verbindung hergestellt, bevor Seth sie erwähnte, aber am Freitagabend war mir Pat irgendwie vertraut vorgekommen.

(Jane hat an Emma Martin als junger Mensch natürlich keine Erinnerungen. Eine wie jene von Seth oben beschriebene Episode hatte wahrscheinlich vor mehr als vierzig Jahren stattgefunden. Ich bin jetzt 47.)

Solche Assoziationen haben eine elektrische Realität, die in euer System eingebaut ist. Die Erkenntnis dieser Ursachen erzeugt eine entgegen gerichtete Kraft, die das Original neutralisieren kann. Die Worte „Vater, ich weigere mich, deinen Heuschnupfen anzunehmen. Obwohl ich ihn einst angenommen habe, schleudere ich ihn jetzt von uns beiden weg“ - diese Worte werden helfen.

Sie werden die ursprüngliche Suggestion neutralisieren. Solche Muster - denn das sind sie - brechen und lösen sich auf. Die Energie, die ihnen Lebenskraft verliehen hat, kann dann auf andere Arten genutzt werden.

Ich schlage eure Pause vor.

(Pause um 21:24 Uhr. Jane war in der üblichen Trance. Ihre Augen waren oft geöffnet. In der gleichen Art fuhr sie um 21:34 Uhr fort.)

Nun, lieber Freund. Diese Informationen werden dir helfen. Dein Vater gebrauchte den Heuschnupfen als ein Symptom für Hilflosigkeit und als eine Bitte um Aufmerksamkeit von deiner Mutter, die er jedoch nicht erhielt, nicht einmal dann. Das Muster war früher in seiner Kindheit errichtet worden. Er legte die Symptome ab, weil sie ihm nicht einbrachten, was er wollte. Deine Mutter konnte nicht aus der Ruhe gebracht werden.

Sie tröstete ihn nicht, so wie das seine Mutter getan hatte. Du schnapptest diesen Zustand auf, als er erkannte, dass er ihm nicht länger nützte. Zu jener Zeit akzeptiertest du ihn jedoch aufgrund deiner Wahrnehmung darüber, was es bedeutete, ein Mann zu sein. Hättest du einen Sohn und wüsstest du nicht, was du weißt, so würdest du ihn automatisch weitergeben.

Nun. Du weißt, dass Männlichkeit kaum ein Synonym für eine laufende Nase ist. Du kennst deine Männlichkeit. Du bist dir jetzt zu bewusst, um zu viele Vorteile im Austausch für deine Symptome zu erwarten, und daher kannst du es zulassen, sie abzulegen.

Du hilfst deinem Vater nicht, denn die Symptome werden nicht auf ihn zurückfallen. Dein System wird einfach das Energiemuster umorganisieren. Da gab es noch ein anderes Element. Deine Mutter betrachtete dich als nur ihr gehörig. Daher nahmst auch du die Symptome als ein Mittel zum Schutz gegen sie an. Du sagtest tatsächlich: „Ich bin meines Vaters Sohn, und zwar bis zu einigen seiner Mängel.“

Nochmals: Wenn du das erkennst, wirst du die Symptome kaum mehr notwendig finden. Deine Mutter teilte grundsätzlich nicht (lächelnd) die Liebe deines Vaters, im Freien zu sein, und du musstest zwischen beiden Enden die Waage halten. Denn die Symptome erlaubten dir auch, mit ihr bei vielen Gelegenheiten im Hause zu bleiben.

Alle diese Informationen werden für dich unschätzbar hilfreich sein. Und sieh, der Heuschnupfen deines Vaters war auch ein Schutzmechanismus gegen landwirtschaftliche Arbeit.

Da gab es einen Nachmittag... Ich sehe das hier nicht deutlich... Dir wurde Lebertran verabreicht. Die Symptome begannen an jenem Tag. Du solltest während jener Jahreszeit bei deinen Eltern zuhause keine Salate essen, die mit Öl angerichtet worden sind.

Der Heuschnupfen war für deinen Vater auch ein Schutz gegen die Welt, denn er erlaubte es ihm sich zurückzuziehen. Die notwendige Privatsphäre kannst du aber auch haben, ohne hierfür diese Symptome anzuwenden. Die Tinte hat für dich persönlich eine symbolische Assoziation, eine heilende, und ihre Gegenwart wirkt, entsprechend meinem Vorschlag, wie ein Stimmungstonikum.

Yoga-Atemübungen werden von therapeutischem Wert sein, wenn du ihn brauchst, aber das Wissen, das du in der heutigen Sitzung gewonnen hast, sollte die Symptome schon beträchtlich verringern. (Lächelnd.) Du solltest während der Jahreszeit die Farbe Rot bei Dekorationen meiden. Du solltest dich bemühen, die Verbindung zwischen deiner Mutter und Rot zu erkennen, so dass unser Freund an Weihnachten seine roten Vorhänge ohne Gefahr aufhängen kann.

Ihr könnt eine Pause machen.