Maurizio Vogrig

Die frühen Sitzungen, Band 6

Maurizio Vogrig
Die frühen Sitzungen, Band 6
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Band 6 von DIE FRÜHEN SITZUNGEN umfasst die Sitzungen 240 - 280, aufgezeichnet vom 09.03.1966 bis zum 24.08.1966 und führt nach und nach immer tiefer in die allumfassende Seth-Philosophie ein.

In Band 6 spricht Seth vor allem über die verschiedenen Arten von Astral-Projektionen und die Methoden, die den LeserInnen helfen sollen, solche selbst durchzuführen. Hierfür gibt er viele Beispiele geeigneter Suggestionen, die das Reisen mit dem Astralkörper in andere Dimensionen und Systeme vereinfachen können. Er unterscheidet hierbei drei Projektionsformen und beschreibt diese ausführlich. So kommt Seth auch auf die Gefahren zu sprechen, die Ungeübten im Kontakt mit anderen Dimensionen begegnen können. Wie in den früheren Bänden erfährt der Leser, die Leserin aber auch in diesem Buch wieder vieles aus dem Leben von Jane Roberts und Robert F. Butts, von deren Umgang mit dem Seth-Material und dessen Integration in ihre Alltagserfahrungen.
 

LESEPROBE

SITZUNG 244, 23. MÄRZ 1966, 21:00 UHR, MITTWOCH, WIE GEPLANT

FAMILIENFOTO MIT SETH; FREUDS IRREFÜHRENDE TERMINOLOGIE; DER MOLEKULARE UND ATOMARE AUFBAU VON TRAUMORTEN; MASSEN-WAHRNEHMUNG UND MASSENTRÄUME


(Das 43. Umschlagexperiment wurde während der Sitzung durchgeführt. Die entsprechende Skizze ist die Abbildung des Umschlagobjekts; es ist eine Seite mit Notizen aus meinem Block. Die Notizen betreffen Janes und meine Anstrengungen, Seths Eindrücke aus der letzten Sitzung festzuhalten. 

(Manchmal hat Jane die Umschlagobjekte gesehen und manchmal auch nicht. Manchmal hat sie die Objekte nur ein paar Tage vorher gesehen, manchmal Monate oder gar Jahre vorher. Wie auch immer, die Resultate zeigen in Bezug auf Zeit oder auf vorherige visuelle Kontakte scheinbar keine Unterschiede. Seth reagiert auf emotionale Eindrücke. In der Zwischenzeit haben wir gemerkt, dass diese weder von Jane noch von mir noch von einem Bekannten stammen müssen; sie können in Bezug zu einer völlig fremden Person stehen und trotzdem wahrgenommen werden. Vielleicht können diese Umschlagexperimente eines Tages mit verschiedenen Faktoren, sinnlichen oder anderen, in einen Zusammenhang gebracht werden. Seit einiger Zeit haben wir, jeweils genau vor Sitzungsbeginn, die Wetterbedingungen aufgezeichnet und hier gibt es wahrscheinlich Wechselbeziehungen. Es sind Angaben über Zeit, Temperatur, Luftfeuchtigkeit Barometerdruck, Niederschläge, Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Ich werde nächstens eine Abschrift machen und sie diesen Sitzungen beilegen.

(Es wären auch Wechselbeziehungen mit Träumen möglich, aber das haben wir bis jetzt noch nicht erforscht und auch Seth nicht danach gefragt.

(Die Umstände waren heute Abend etwas anders, da Jane das Umschlagobjekt vielleicht zwei Stunden vor der Sitzung gesehen hatte. Sie hatte mir bei der Zusammenstellung von Texten für weitere Vergleiche geholfen. Zu jener Zeit hatte ich nicht vor, das Objekt für das Umschlagexperiment zu verwenden; das kam mir erst später in den Sinn, als Jane den Raum bereits verlassen hatte. Ich legte das Blatt zwischen zwei Halbkartons in den üblichen doppelten Umschlag, den ich dann verschloss.

(Bill und Peggy Gallagher waren als Zeugen der Sitzung vorgesehen. Peggy wollte Blitzlichtaufnahmen von Jane in Trance machen. Der Herausgeber von Janes Buch wünschte dieses Fotomaterial. Wir hatten keine Ahnung, ob dieses Vorgehen erfolgreich sein würde – ob Jane abgelenkt sein würde, sei es während der normalen Durchgabe oder während des Umschlagexperimentes; wenn möglich, wollten wir nämlich beide Kategorien abdecken.

(Die Gallaghers trafen kurz vor 21:00 Uhr bei uns ein, als wir eben mit der Sitzung beginnen wollten. Peggy hatte ihre Pressekamera bei sich. Es verstrichen ein paar Minuten, bis sich unsere Gäste eingerichtet hatten. Peggy würde herumgehen, passende Bildkompositionen suchen, etc,. und je nach Bedarf Fotos machen. Jane und ich sollten uns wie gewohnt verhalten. 

(Die Sitzung begann um 21:06 Uhr. Seth war zu Beginn in einer sehr fröhlichen Stimmung, wurde dann aber rasch etwas ernsthafter. Janes Tempo war von Anfang an gut, ihre Augen geschlossen, ihre Haltung lebhaft, mit vielen Gesten, ihre Stimme durchschnittlich.)

Guten Abend.

(„Guten Abend.“)

Und ich heiße unsere Freunde wie immer herzlich willkommen, auch zu diesem sehr formellen Anlass, an dem wir nun ein Familienbild machen wollen.

Ruburt hatte in der Tat Recht mit seiner Bemerkung vor der Sitzung. Er sagte, dass ich möglicherweise über Traumorte sprechen würde, da er sich mit diesem Thema für sein eigenes Buch beschäftigte.

Er möchte wissen, in welcher Dimension die Traumorte ihre Realität haben, und er hat tatsächlich alle Möglichkeiten in Betracht gezogen, außer der richtigen. Die richtige ist die einfachste.

Nun. Er war sich sicher, dass Traumorte nicht innerhalb des physikalischen Raums existieren.

(Peggy knipste nun das erste Bild. Der Blitz erschreckte mich mehr als Jane, denn sie fuhr völlig unbeeindruckt fort.)

Traumorte existieren im so genannten physikalischen Raum genauso wirklich oder genauso unwirklich wie physische Objekte im physikalischen Raum existieren. Wie ihr nun eigentlich wissen solltet, sind physische Objekte nur das Resultat eurer eigenen Wahrnehmung, und diese Wahrnehmung begründet sich auf eurer psychologischen Einstellung, auf eurer physischen Struktur und gewissen Nervenkombinationen und chemischen Reaktionen. Wie euch jeder Physiker sagen wird, nehmt ihr Objekte wahr und ihr nehmt feste Objekte wahr–

(Peggy knipste ein weiteres Bild, und auch jetzt machte Jane keine Pause. Ihre Augen blieben weiterhin geschlossen.)

–in einer Dimension, wo weder Festigkeit noch Objekte existieren. Ihr nehmt gewisse Energiemuster als feste Objekte war, und jene Energie, die ihr nicht als fest wahrnehmt, nennt ihr Raum.

Aufgrund von anderen Vorgehensweisen, die ich beschrieben habe, einschließlich der Existenz von konstanter Telepathie, gibt es eine gewisse Übereinstimmung in Bezug auf die Platzierung dieser Objekte, oder wenn Ruburt es vorzieht, dieser Orte, im Raum. Das führt nun zu dem, was ihr Massen-Wahrnehmung nennen könnt, mit einem Bindestrich zwischen den beiden Wörtern.

Wenn ihr euch mit Traumorten beschäftigt, beschäftigt ihr euch nicht mit Massen-Wahrnehmungen sondern mit persönlichen Wahrnehmungen. Es sind daher keine komplizierten und kalkulierten Arrangements nötig, um Vereinbarungen zwischen einzelnen Personen in Bezug auf Positionierungen im Raum abzusichern.

(Seth hat das Problem der Massen-Wahrnehmung in den Sitzungen über die Erschaffung von Materie behandelt; siehe unter anderem die Sitzungen 60 bis 73 in Band 2.)

Jeder Traumort wird vom Individuum genau so erschaffen, wie ich es euch erklärt habe; das heißt, die Traumorte unterscheiden sich nicht grundsätzlich von physikalischen Orten, außer in einem Punkt: der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass diese Orte nicht notwendigerweise von anderen wahrgenommen werden müssen.

Die Frage, in welchen Dimensionen Traumorte existieren, war eigentlich eine einfache Frage. Trotzdem hat sie viele Verflechtungen, für die ihr mehr Hintergrundmaterial braucht. Ich will daher eine vereinfachte Erklärung versuchen. Erinnert ihr euch an das Material, das ich euch über das sich ausdehnende Universum durchgab?

(„Ja.“

(Siehe Sitzungen 42 bis 45. Seth hat jedoch bereits in der 15. Sitzung darüber gesprochen, damals in Bezug auf Träume. Siehe Band 1.)

Ich sagte damals, dass das Universum sich auf eine Art ausdehnt, die nichts mit Raum zu tun hat. Nun. Auch ein Traumort existiert, zieht sich zusammen oder dehnt sich aus auf eine Art, die nichts mit Raum zu tun hat, so wie ihr den Begriff Raum versteht.

Ich schlage eine kurze Pause vor und dann werden wir fortfahren.

(Pause um 21:22 Uhr. Jane war in der für den ersten Durchgabeteil üblichen Trance gewesen. Ihr Tempo war gut, ihre Stimme ein wenig stärker als gewöhnlich gewesen, ihre Augen waren geschlossen geblieben. Jane sagte, sie hätte den Blitz bemerkt, sich jedoch nicht gestört gefühlt, als Peggy die Fotos machte.

(Peggy hatte etwas Mühe, eine Bildkomposition zusammenzustellen und bat deshalb Jane und mich, uns in einen anderen Teil des Wohnzimmers zu setzen. Wir veränderten unsere Position auch später während der Sitzung noch mehrmals, aber Jane saß immer in ihrem gewohnten Schaukelstuhl.

(Seth oder Jane waren vom Material sehr stark gefesselt. Janes Ausdrucksweise war sehr nachdrücklich, als sie, wiederum mit geschlossenen Augen, um 21:32 Uhr, fortfuhr.)

Nun will ich Ruburt gratulieren.

Es handelt sich um einen sehr wichtigen Abschnitt im Text, an dem er heute gearbeitet hat. Er stieß auf etwas, und wenn er dort weiter gearbeitet hätte, wäre es nicht nötig gewesen, mich zu fragen, in welcher Dimension Traumorte existieren. Er war selbst ganz nahe bei der Antwort. In diesem bestimmten Abschnitt sagte er den Lesern, dass er vermute, Freuds Ausdrücke an sich, also das Ego oder das Bewusstsein und das Unterbewusstsein hätten euch alle ernsthaft in die Irre geführt. Das ist in der Tat der Fall.

Ihr glaubt nämlich, dass ihr nur bewusst seid, wenn ihr in der physikalischen Realität fokussiert seid. Ihr glaubt, unbewusst zu sein, wenn ihr schlaft. In Freuds Terminologie sind die Würfel in der Tat präpariert, und zwar auf Seiten des bewussten Geistes.

Tut einmal für einen Moment so, als ob ihr diese Situation von der anderen Seite her betrachten würdet. Tut so, als ob ihr euch im Traumzustand mit dem Problem von Bewusstsein und Existenz beschäftigen würdet. Von diesem Standpunkt sieht alles ganz anders aus, denn ihr seid in der Tat bei Bewusstsein, während ihr schlaft.

Die Orte, die ihr in euren Träumen besucht, sind für euch so wirklich wie es physische Orte für euch sind, wenn ihr im Wachzustand seid.

Halten wir hier einmal fest: Lasst uns nicht mehr von einem bewussten Selbst und von einem unterbewussten oder unbewussten Selbst sprechen. Es gibt ein Selbst und das richtet sein Bewusstsein in verschiedene Dimensionen und das ist alles.

Im Wachzustand ist das gesamte Selbst auf die physikalische Realität fokussiert. Im Traumzustand ist das gesamte Selbst innerhalb einer anderen Dimension fokussiert. Es ist genau gleich bewusst und wahrnehmend.

Nun. Wenn ihr euch im Wachzustand nur schwach an eure Traumorte erinnern könnt, dann denkt daran, dass ihr euch im Traumzustand genau so wenig an eure Wachzustandsorte erinnern könnt. Beide Orte sind legitim und beide sind Realitäten.

Nun speziell für Ruburt: Wenn der physische Körper im Bett liegt, ist dieser physische Körper durch eine große Distanz vom Traumort, an dem sich das träumende Selbst aufhält, getrennt. Aber diese Distanz, meine lieben Freunde, hat nichts mit Raum zu tun. Denn der Traumort existiert gleichzeitig zum Raum, in dem sich der Körper aufhält.

(Jane betonte dieses Material mit großem Nachdruck; sie sprach mit einer guten Stimme und brauchte viele Gesten. Ihr Tempo war ebenfalls gut. Hie und da öffneten sich ihre Augen. Peggy hatte weiterhin fotografier, und so weit ich feststellen konnte, fühlte sich Jane dadurch nicht gestört.)

Die Traumorte werden nicht der Kommode und dem Bett und dem Stuhl übergestülpt. Sie existieren und setzen sich aus den genau gleichen Atomen und Molekülen zusammen, die ihr im Wachzustand als Bett und Kommode und Stuhl wahrnehmt.

Zuerst einmal sind die Kommode und das Bett und der Stuhl nur das Resultat eurer Wahrnehmung, eurer physischen Wahrnehmung. Aus Energie formt ihr Muster, die ihr erkennen könnt und denen ihr Namen gebt und die ihr benutzt, aber diese Objekte nützen euch nichts, wenn ihr nicht innerhalb jener Dimension fokussiert seid, für die sie eigens geformt wurden.

Wenn ihr im Traumzustand in einer anderen Dimension fokussiert seid, dann formt ihr aus diesen gleichen Atomen und Molekülen das Umfeld, in dem ihr agieren werdet. Aber während ihr träumt, könnt ihr weder Bett noch Kommode noch Stuhl finden, und wenn ihr wach seid, könnt ihr weder den Raum noch die Stadt noch den Ort finden, die vor wenigen Momenten noch da waren.

Es kann gar nicht genug betont werden, dass diese Traumorte Wirklichkeit sind. Sie sind jedoch in der Regel eine persönliche Wirklichkeit, ohne ein allgemeines (unterstreiche allgemeines) Massen-Bezugssystem. Massenträume finden jedoch statt (unterstrichen). Es gibt Träume, die ihr mit anderen teilt. Es gib Traumumgebungen, die ihr miteinander teilt, so wie ihr eure physische Umgebung miteinander teilt. Diese Traumumgebungen sind aber nicht so einschränkend wie das Bezugssystem, das eure physische Realität zusammenhält. Aber es existiert trotzdem.