Maurizio Vogrig

Apropos Jane Roberts - Erinnerungen einer Freundin

Maurizio Vogrig
Apropos Jane Roberts - Erinnerungen einer Freundin
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Gedruckt und als E-Book online exklusiv erhältlich bei Amazon

In APROPOS JANE ROBERTS wird die Geschichte einer Frau erzählt, die so faszinierend ist wie das Material, das sie hervorbrachte. Susan M. Watkins und Jane Roberts waren während sechzehn Jahren Freundinnen.

 Schon früh erklärte Seth, die durch Jane Roberts sprechende Wesenheit, den beiden Frauen, sie seien Gegenbilder, die in dieser Lebenszeit dazu bestimmt seien, gewisse gemeinsame persönliche Themen aufzuarbeiten.

 Nebst dem mitfühlenden und manchmal bis zur Schmerzgrenze ehrlichen Blick auf Jane Roberts' Leben - ihre schwierige Kindheit, ihr dauerndes Hinterfragen ihrer übersinnlichen Fähigkeiten und der Quellen ihrer Kreativität, ihr Widerstand gegenüber Seths Ratschlägen, ihr dramatischer Kampf mit ihrer Gesundheit - ist APROPOS JANE ROBERTS auch ein wunderschöner und nachvollziehbarer Beweis einer Gegenbild-Beziehung.

 Die Verbindung zwischen Susan M. Watkins und Jane Roberts beweist, wie machtvoll, aber auch wie geheimnisvoll die gemeinsamen Verbindungen mit unseren nächsten und liebsten Mitmenschen in diesem Leben sein können.

 "...Sue hat einen fantastischen Job gemacht. Beim Lesen ihrer zutiefst berührenden Erinnerungen an meine Frau verspürte ich eine sehr starke, traurige, aber hell leuchtende Woge der Ergriffenheit."

Robert F. Butts, Co-Autor der Seth-Bücher
 

BUCHBESPRECHUNG VON ULRIKE GAUERT, AUTORIN/LEKTORIN

Schon aus den Notizen und Beschreibungen in Janes Seth-Büchern sind mir der Schaukelstuhl, der Kater und vieles andere vertraut. Aber durch die Schilderungen von Sue werden die Bilder von Janes Umfeld schärfer, differenzierter.

Wir dürfen an Persönlichem teilhaben. Die Zeit, der Ort, die Menschen, die mit ihr verbunden waren, werden lebendig, besonders „Sue-Belle“, wie Susan Watkins von Jane genannt wurde. Und Jane Roberts selbst: Jane in ihrem Alltag, Jane in Hochform bei den Klassentreffen, Jane – eingeladen bei Freunden, Jane, die isst wie ein Vögelchen, Jane, die mit ihren körperlichen Gebrechen kämpft, Jane und ihr Mann Robert.

Ihre wilden unangepassten ebenso wie ihre einfühlsamen Seiten werden thematisiert, ihr Werdegang als Schriftstellerin, ihre Begegnung mit Robert Butts, ihr erster Kontakt mit Seth und natürlich auch, wie sich die Beziehung zwischen Jane und Susan W. entwickelte. Wir erfahren einmal mehr etwas über Janes Ängste, zum Beispiel die Sorge vom Literaturbetrieb nicht als vollwertige Autorin anerkannt zu werden.

Oder die Angst, sie könne von ihrem Schreiben - vor allem ihrem eigenständigen Schreiben, das ihr zentrales Anliegen war - abgebracht werden. Alles andere hatte sich dem Schreiben unterzuordnen, auch ihr Körper. Es wird deutlich, mit welch eiserner, fast unerbittlicher Disziplin sie an ihren Texten arbeitete.

Das alles – gesehen  durch die Augen der Autorin Susan Watkins - wirkt nicht voyeuristisch, sondern  vielmehr als glaubwürdige Suche nach Wahrhaftigkeit.  Ihren Blick kann ich  umso mehr nachvollziehen, als Sue Ausschnitte aus ihrem eigenen Leben  offenlegt.

„Gegenbilder“ heißt ein Stichwort, das im Verhältnis Jane-Sue wichtig ist. Freundinnen? Wenn, dann ohne „Mädchenkram“, wie sie es in Kapitel 3 nennt. Eher eine „Mentorin-Kameradin-Mutterfigur“ war Jane nach Sues Worten für sie; der Altersunterschied betrug 16 Jahre. Die Schriftstellerei zum einen und  „psychische“ Erfahrungen und deren Analyse waren gemeinsame Interessen.

Gemeinsam mit Jane vermochte Sue  in das „Gedankenuniversum“ einzutauchen und, wie sie sagt, „irgendwohin und überallhin zu fliegen“.  Es konnte geschehen, dass beide Informationen z.B. aus dem Unterbewusstsein eines bestimmten Menschen aufnehmen und sich in dem, was sie ‚sahen’, austauschen konnten.

Unter „Gegenbild“ fallen für S.W. auch die vielen Aspekte, die Jane und Sue verbanden, die sie beide jedoch in konträrer Weise auslebten, sei es die Sache mit dem Übergewicht und Untergewicht und die entsprechenden Hintergründe, oder die Bindung an einen Partner, oder die familiäre Herkunft, die entgegengesetzte und dann doch wieder aufeinander bezogene  Erfahrungen lieferte. – Das Thema  Weiblichkeit und  „Frauenrolle“ begleitete beide durch ihr Leben, ihre Erfahrungen trennten und verbanden sie.

Insgesamt zeichnet Sue Watkins ein Bild von diesen Jahren, durch das  wie aus einer tieferliegenden Schicht ein Muster durchscheint:  Orte, Menschen, Themen und Ereignisse im Leben der beiden Frauen erscheinen auf mehr als zufällige Weise verknüpft; andere, mit den äußeren Sinnen nicht erfassbare Dimensionen werden spürbar.

Wir erhalten durch dieses Buch auch neue Informationen und Denkanstöße, die die Frage  nach Janes Sterben und Tod berühren.  Wieso entwickelte Jane eine so qualvolle Krankheit, an der sie schließlich starb; wieso konnte sie ihre ‚Realität’ nicht anders ‚erschaffen’? Ausgerechnet sie, die auf intensivste Weise mit Seth verbunden war?

Es gibt keine bündige Antwort darauf, aber Hinweise auf Zusammenhänge mit ihren Lebensthemen und Glaubenssätzen, Hinweise auch auf Zusammenhänge, die über unser  Wenn-dann-Denken hinaus gehen.
 

LESEPROBE
AUS KAPITEL 2

Dorothy Jane Roberts wurde am 8. Mai 1929 in Saratoga Springs, New York, als einziges Kind von Delmar und Marie Burdo Roberts in Lebensumstände hinein geboren, die an einen Roman von Charles Dickens erinnern. Ihre Eltern trennten sich, als sie noch ein Kleinkind war, und kurz darauf wurde ihre Mutter aufgrund einer rheumatischen Arthritis bettlägerig, die gleiche Krankheit, der auch Jane später erliegen würde. („Ich habe sie nie gehen sehen,“ erinnerte sich Jane später.) Aufgewachsen im katholischen Glauben, wurde Jane in ein von Nonnen geführtes Waisenhaus gesteckt, während ihre Mutter ins Spital musste. Jane lebte während fast zwei Jahren in diesem Waisenhaus. Die Nonnen hatten strenge Verhaltensregeln aufgestellt; unter anderem durfte nicht nackt geduscht werden, sondern die Mädchen mussten sich über ein baumwollenes „Duschhemd“ einseifen und waschen, und es war ihnen verboten, dabei ihren eigenen Körper zu berühren. „Natürlich“, fügte Jane jeweils beim Erzählen dieser Geschichte hinzu, „warfen wir alle einen Blick unter unsere Hemden, wann immer wir konnten.“

Dann schickte man Jane nach Hause, um für ihre verbitterte, invalide Mutter zu sorgen. Beide wurden von der Sozialhilfe unterstützt, und eine Reihe von Haushälterinnen wechselte sich bei ihnen ab, aber die Hauptlast von Maries Pflege lag auf den Schultern der kleinen Ja- ne. Ihr Leben war erfüllt von Kochen, Putzen, Waschen, nachts aufstehen, um den Kohleofen nachzuheizen, ihrer Mutter die Bettschüssel zu bringen und dabei einen endlosen Strom schrecklicher und von Psychoterror erfüllten Beschimpfungen zu erdulden. „Sie machte ihre zerbrochene Ehe für ihre körperliche Situation verantwortlich,“ schrieb Jane später, „und vermutlich auch meine Geburt.“ In einem Interview mit der Elmira Star Gazette 1973 sagt sie:

Meine Mutter war eine starke, dominante Frau, wahrscheinlich zu Tode verängstigt durch die Situation, in der sie sich befand. Sie war psychotisch, versuchte mehrmals sich umzubringen und erschreckte mich als Kind mit ihren Drohungen über alle Maßen. . . An einem Tag sagte sie zum Beispiel, dass sie mich liebe und am nächsten Tag schrie sie, dass sie bereue, mich je geboren zu haben – dass ich ihr Leben ruiniert habe. . . Oft stopfte sie sich Watte in den Mund, hielt den Atem an und gab vor, tot zu sein, um mich zu erschrecken, als ich noch klein war. Manchmal sagte sie mir, eigentlich könne sie schon laufen und würde irgendwann einmal nachts aufstehen, das Gas andrehen und uns beide umbringen. Ich war jeweils völlig verängstigt. . .

Und doch. . . sie ermutigte mich beim Schreiben und sagte mir, ich sei ein gutes Kind, und sie wisse nicht, weshalb sie sich so verhalte. . . aber dann geschah es trotzdem wieder.

„Schon früh,“ so schrieb Rob über ihr Aufwachsen, „begann Jane mit dem Muster, ihre Impulse zu unterdrücken, um zu vermeiden, sich gegen ihre schimpfende Mutter aufzulehnen.“ Trotzdem, inmitten von alldem und schon in ganz jungen Jahren, schrieb Jane Gedichte – „zuhause, in der Schule, irgendwo, überall und zu jeder Zeit,“ sagte Jane einmal. „Wenn ich auf der hinteren Veranda saß und Gedichte schrieb. . . fühlte ich mich unglaublich geborgen. . . und ich spürte auch, dass die Nachbarschaft erfüllt war von der magischen Stimme der Natur. Wenn ich Gedichte schrieb, schien das Universum mit mir zu sprechen. Manchmal ant- wortete ich, und in seltenen Momenten sprachen wir miteinander.“ (Ihre Gedichte wurden von den Nonnen des Waisenhauses als ketzerisch betrachtet, konfisziert und verbrannt.) Sogar schon mit fünf Jahren wusste sie, dass sie eine Schriftstellerin werden würde. Oder, wie sie jeweils feierlich allen Leuten verkündete: „Ich bin schon eine.“