Bewusster Träumen - Ein Buch für Traumjournalisten

Bewusster Träumen - Ein Buch für Traumjournalisten
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Gedruckt und als E-Book online erhältlich bei Amazon

"Das Studium des Traumuniversums bedarf auch einer Reise nach innen, durch das Unterbewusstsein hindurch und weiter. Es braucht auch eine gewisse Objektivität, da ihr versuchen müsst, euer eigenes Universum von der anderen Seite her zu betrachten."

Seth, Die frühen Sitzungen, Band 1


Träume - eines der ganz großen Themen im Seth-Material!

Wir freuen uns daher sehr, im Seth-Verlag das neue Buch von Christoph Gassmann - BEWUSSTER TRÄUMEN - EIN BUCH FÜR TRAUMJOURNALISTEN - veröffentlichen zu dürfen. Christoph Gassmann ist als Psychologe und Grafologe tätig und seit Jahrzehnten ein ausgewiesener Traumspezialist.

In BEWUSSTER TRÄUMEN zeigt er Wege und Möglichkeiten auf, wie man das eigene Träumen weg von einer eher zufälligen Angelegenheit zu einem nützlichen und anwendbaren Instrument entwickeln kann, um die Erfahrung des eigenen Seins zu erweitern. Dabei kann Christoph Gassmann auf jahrelange Traumarbeit und Traumforschung zurückgreifen. Für seine Traumarbeit stützt er sich als studierter Psychologe aber nicht nur auf klassische Texte wie etwa von Jung und Freud, sondern auch auf Bücher und Schriften von Seth und Elias.

Für Seth-Leserinnen und -Leser ist BEWUSSTER TRÄUMEN darum eine wirkliche Freude, da Christoph Gassmann die Buchkapitel jeweils mit passenden Zitaten aus den Seth-Büchern beginnt und dabei Themen behandelt wie Das träumende Bewusstsein, Das träumende Ich, Luzides Träumen, Gemeinsames Träumen usw.
 

LESEPROBE: EINFÜHRUNG

Seit über 30 Jahren setze ich mich mit Träumen auseinander, doch musste ich in dieser Zeit immer wieder feststellen, dass mein Interesse kein großes Echo auslöst. Gelegentlich wird mir die Frage gestellt: „Wofür ist die Beschäftigung mit Träumen denn gut?“ Und dann komme ich immer in Nöte, wenn ich es zu erklären versuche, denn man kann mit Träumen kein Geld verdienen und kein Prestige erwerben. Diese beiden Faktoren sind aber in der heutigen Zeit sehr wichtig geworden. Außerdem hat unsere rationalistische und materialistische Kultur kaum einen Zugang zu Träumen, dies im Gegensatz zu fast allen anderen zeitgenössischen und vergangenen Kulturen. Sogar die moderne Psychologie beschäftigt sich lieber mit Verhalten, Systemen, Statistik und neurologischen Vorgängen, so dass die Erforschung des Inhalts der Träume nur noch ein Mauerblümchendasein fristet. Freud ist in dieser Wissenschaft schon lange gestorben, und Jung auch. So möchte ich an dieser Stelle eine kleine Geschichte erzählen, die als Gleichnis dienen soll, wie wichtig die Arbeit mit Träumen sein könnte: 

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Stamm von Affen, oder waren es doch schon Menschen? Sie lebten im Wald und kletterten auf den Bäumen herum. Doch sie bewegten sich geschickt auch am Boden und konnten aufrecht gehen. Dabei waren ihre Hände nicht mit der Fortbewegung beschäftigt und hingen zeitweise recht nutzlos herunter. Diese Affen hatten ein reiches Sozialleben und konnten miteinander sprechen. Doch im Übrigen bestand ihr Leben aus jagen, sammeln und faulenzen. 

In diesem Stamm lebte ein Mädchen, das war gar klug. Es hatte große klare Augen und beobachtete damit ihre Umgebung und ihre Stammesgenossen genau. Auch war es etwas unruhig und fingerte deshalb mit seinen Händen ständig an etwas herum. Wenn es nicht seine Stammesgenossen lauste, pflegte es einen Stein, ein Stück Holz oder einen anderen Gegenstand aus der Umgebung in den Händen zu halten und knubbelte daran herum. Dabei entdeckte es, dass es weichere Gegenstände, wie etwa Holz, verändern und ihm eine andere Form geben konnte. Freudig zeigte es diese neu erschaffenen Gegenstände seinen Kameraden und seinen Eltern: „Schaut, was ich da gemacht habe!“, rief es dabei. Doch die anderen Affen hatten kein Verständnis dafür. „Brauche deine Hände für etwas Wichtigeres, wie zum Beispiel essen oder klettern, so wie wir es immer gemacht haben“, pflegten diese zu erwidern. Doch das Mädchen hörte nicht auf sie und bastelte mit Lust an den Gegenständen herum. So entdeckte es nach langem Pröbeln, wie man eine Nadel oder ein einfaches Messer herstellen konnte. Als junge Frau war sie damit in der Lage, Häute zurechtzuschneiden und zusammenzunähen, welche als Kleidungsstücke dienen konnten. Damit machte sie vor allem bei den Männern Furore, denn sie sah recht schick aus in ihren selbstgemachten Kleidern. Und langsam sah der ganze Stamm ein, dass es sinnvoll sein könnte, die Hände auf forschende und intelligente Art zu gebrauchen.

Und, wie wir leicht erkennen können, ist im Laufe der Jahrtausende aus dem intelligenten Gebrauch der Hände eine ganze, riesige und erstaunliche menschliche Kultur entstanden, mit Städten, Maschinen und Wissenschaften. Praktisch alles, was wir in unserer Umgebung sehen, ist durch den sinnvollen Gebrauch unserer Hände entstanden.

Und genau so verhält es sich mit den Träumen. Sie sind ebenfalls Bestandteil unseres täglichen Lebens. Sie haben wohl eine Funktion, über die sich die Wissenschaftler aber immer noch streiten, doch wird ihr Potenzial in der breiteren Bevölkerung kaum erforscht und genutzt. Im Gegenteil werden diejenigen, die sich für das Thema interessieren, als Träumer angesehen, die vor der Realität flüchten. Dabei ist es genau umgekehrt: Diejenigen, die nicht auf ihr Traumleben achten, flüchten vor einer bedeutsamen Realität, in der sie ihre nächtlichen Erfahrungen machen. Und sie erkennen deshalb auch nicht, dass da ein natürliches und plastisches Material vorhanden ist, das geformt und genutzt werden kann. Die Träume gehören im Gegenteil so innig und selbstverständlich zu unserem Sein, dass wir sie sogleich vergessen, wenn wir aufgewacht sind. So baumelt unser Traumleben ungenutzt an uns herunter, wie die Hände in der Geschichte des frühen Affenstammes, der nicht einsehen wollte, dass man die Hände nicht nur dazu gebrauchen kann, um eine Banane in den Mund zu schieben oder an einem Baum zu hängen. Dabei bin ich überzeugt, dass man Träume nutzen und kultivieren kann, wenn man sich intelligent mit ihnen auseinandersetzt. Am Anfang mag es nicht klar sein, wofür man die Träume nutzen kann, doch die Einsicht wächst mit dem spielerischen und forschenden Tun. Ich denke, dass man durch die intelligente Auseinandersetzung mit Träumen eine hoch entwickelte geistige Kultur erschaffen kann, die der materiellen Kultur, welche durch den intelligenten Gebrauch der Hände entstanden ist, in nichts nachsteht. Allerdings kann ich nicht sagen, wohin genau dieser Weg führen wird, doch ist es wichtig, ihn zu beginnen. Einige Wegweiser sind schon vorhanden.

So möchte ich in diesem Buch einige Werkzeuge zur Verfügung stellen, mit denen mit Träumen gearbeitet und dieser Weg unter die Füße genommen werden kann.

Ursprünglich sind die einzelnen Kapitel als Beiträge der Zeitschrift „Multidimensionale Wirklichkeit“ erschienen. Dies ist die Zeitschrift der „Seth-Freunde“1, einer lockeren Vereinigung von Leuten, welche die Philosophie von Seth, der Trancepersönlichkeit von Jane Roberts, studieren und unterstützen. Auch ich bin ein Freund dieser Philosophie und nehme öfters Bezug darauf. Doch ist es nicht notwendig, sich mit dieser Gedankenwelt auseinanderzusetzen, um dieses Buch zu verstehen. Jedoch kann ich das ganze Seth-Material als Lektüre wärmstens empfehlen. Seth nimmt sehr häufig Bezug auf die Traumwelt und liefert einen größeren Rahmen, in dem die Träume verstanden werden können.

Ich selber wurde ursprünglich von den Tiefenpsychologien von Freud und Jung geprägt und bin über 20 Jahre einer Überlieferung des Sufismus gefolgt, die sich intensiv mit Träumen als Boten des inneren Selbst auseinandersetzt. Heute betrachte ich mich als „Eklektiker“, der sich seine Erkenntnis aus verschiedenen Wissenschaften, Philosophien und mystischen Schulen, sowie vor allem aus der praktischen Auseinandersetzung mit der Welt der Träume holt. Aber wie gesagt: Dieses Buch soll keine abgehobenen Theorien vermitteln, sondern praktische Werkzeuge, mit denen der Leser die Traumwelt selber erkunden und verstehen kann.

Die Erinnerung an seine eigenen Träume und die bewusste Auseinandersetzung mit ihnen kann durchaus im Sinne der indischen Tradition als „Yoga“ verstanden werden, denn Yoga bedeutet Vereinigung oder Integration. In der hier vorgestellten westlichen Form bedeutet dieser Traumyoga die Vereinigung und Integration von Traumbewusstsein und Wachbewusstsein, von Tag und Nacht, von Bewusstem und Unbewusstem.

Die ägyptische Hieroglyphe auf dem Titelbild setzt sich aus denjenigen für „liegen – schlafen – Tod“ und „Auge – sehen – wahrnehmen“ zusammen. Sie veranschaulicht somit ausgezeichnet das Thema dieses Buches: Die bewusste Wahrnehmung und Erforschung der Welt der Träume.

Christoph Gassmann, Winter 2016