Maurizio Vogrig

Was ist der Tod?

Maurizio Vogrig
Was ist der Tod?
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"Was ist der Tod?" Eine Frage, die die Menschheit seit Urzeiten beschäftigt und mit der sich alle früher oder später auseinandersetzen müssen. Bis zu ihrem Umzug ins "Hügelhaus" im Jahr 1975 führte Jane Roberts wöchenlich sogenannte ASW-Klassen durch, während derer sich Seth selbst auch immer wieder an die Teilnehmer wandte. Dabei konnten ihn diese alles Fragen, was ihnen auf dem Herzen lag. Wohl nicht nur einmal kam dabei das Thema Tod zur Sprache, und als Seth wieder einmal ganz konkret gefragt wurde: "Was ist der Tod?", gab er eine wunderbar philosophische, feinsinnige und auch etwas kryptische Antwort, die - wie so oft - die Zuhörer bzw. die Leser dazu anregen sollte, auch in sich selbst nach den Antworten zu suchen, die unser inneres Ich für uns bereithält, wenn wir uns dafür öffnen.


Was ist der Tod?

Seth zur ASW-Klasse von Jane Roberts

«Was ist der Tod? Stellt euch selbst diese Frage. Aber auf meine Weise antworte ich euch in Form einer Antwort, die keine Antwort ist, denn ich bin tot. Ich bin ich selbst, so wie ihr ihr selbst seid. Ich bin eine kleine Blume auf einem Planeten, den ihr nicht kennt, und ich bin ich selbst. Ich bin der Nebel der Zeit, die ihr nicht verstehen könnt, und doch bin ich ich selbst. Ich bin ein Gott, der noch nicht erschaffen wurde, und doch bin ich ich selbst, und ihr seid ihr selbst, geradeso wie ihr Gedankenbruchstücke seid, die ihr noch nicht gedacht habt.

Ihr seid an eurem Tiefpunkt und ihr seid auf eurem Höhepunkt. Ihr seid Tod und ihr seid Leben, und ich bin Tod und ich bin Leben. Ich bin ein Schmetterling in einer Welt, die in eurem Sinne noch nicht geboren wurde, und doch bin ich auch hier in diesem Raum.

Ich bin Ruburt, und ich bin Jane, und ich bin ein Stein im Hinterhof. Und doch bin ich ich selbst, getrennt von all jenen anderen Realitäten, denn jene Realitäten sind ebenfalls sie selbst und getrennt von meiner Realität.

Die Erde spricht durch die Gräser, und die Gräser wachsen und gedeihen, und die Vögel kommen, und der Schnee wirbelt umher. Das ist Tod, und das ist Leben.

Ihr verspürt die Energie eures Seins, und es ist Tod und es ist Leben, denn die beiden sind eins und, in eurem Sinne, zwei Seiten der gleichen Realität. Ihr werdet das Selbst, wiederum in eurem Sinne, niemals ganz kennen, das Selbst, das ihr jetzt seid, und doch wird es niemals enden, und ihr werdet euch auf immer seiner erinnern. Doch in anderem Sinne gibt es eine Geschichte eures Seins, und ihr könnt diese Geschichte lesen. In eurem Sinne könnt ihr auf eure Reinkarnationsleben zurückblicken, aber ihr seid nicht diese Leben.

Ihr seid ihr selbst! Und ich bin ich selbst! Ich bin nicht Ruburt! Ruburt ist nicht ich! Und doch bin ich ich selbst. Ruburt ist ich. Ich bin ich selbst. Ich bin Ruburt, und ich bin nicht Ruburt. Ihr seid Tod, und ihr seid Leben. Ihr seid ihr selbst.

Ihr seid mehr als das Selbst, das ihr zu sein glaubt, und doch ist das Selbst, das ihr seid, innerhalb des Bezugssystems eurer Realität völlig frei, und ihr könnt diese Realität sogar verlassen, und ihr tut das auch . . . und werdet es tun . . . und habt es getan. Ich bin Tod und ich bin Leben, so wie dies auch jeder von euch ist . . .

Tod und Leben sind, in euren Begriffen, relativ. Für Menschen, die in eurem Sinne in zweihundert Jahren geboren werden, seid ihr tot. Von deren Realität aus existiert ihr, meine lieben Freunde, nicht mehr. Ihr seid Geschichte, und sie lesen in Geschichtsbüchern über euer Leben. Nun, von eurem Standpunkt aus lest auch ihr Geschichtsbücher, und Wissenschaftler erforschen Berge. Sie untersuchen Gesteinsschichten und entdecken Fossilien . . . Doch diese Fossilien leben . . .

Nun, ich habe viele Male in vielen Sprachen und zu vielen Zeiten und an vielen Orten gesprochen, und als ich ein unbedeutender Papst war, war ich alles andere als sprachgewandt. Ich war ein kleinlicher, religiöser Politiker. Ich kann, in eurem Sinne, auf dieses Leben zurückblicken und große Lebensfreude und Ausgelassenheit sehen, und dieser unbedeutende Papst lebt noch immer. Ich habe keinen Kontakt mit ihm; doch er wächst und lernt aufgrund meiner Erfahrungen, und ich erinnere mich aufgrund seines fortwährenden Lebens liebevoller an die Erde.

So seid also auch ihr gleichzeitig lebendig und tot, und hier gibt es keinen Unterschied. Ihr seid, nochmals, jetzt so lebendig oder so tot, wie ihr es je sein werdet. Viele von euch werden nach ihrem Tod völlig überrascht feststellen, dass sie noch immer leben.

Jener unbedeutende Papst hat seine eigene Realität. Er erfreut sich weiterhin an ihr und wächst und entwickelt sich. Überprüft eure Zeitvorstellung, denn ihr glaubt noch immer, dass sich ein Leben zwischen dem und dem Datum abspielen muss, sodass unser lieber, politikbegeisterter, verschlagener alter Papst seine Existenz zu einer bestimmten Zeit beenden muss, die wir nicht länger als Leben wahrnehmen. Nun, er hat sich dafür entschieden, sie fortzusetzen, und auch einige seiner Zeitgenossen haben sich dafür entschieden, in jenem Zeitraum weiterzuleben, den ihr allerdings nicht mehr wahrnehmen würdet.

Viele Menschen entschieden sich dafür, nochmals zu erleben, was ihr als ein vergangenes Leben betrachtet, um es zu verändern. Ihr seid lediglich auf eine bestimmte Zeitperiode fokussiert, deren Geschichte ihr kennt – und das bedeutet eine sehr begrenzte, einspurige Art der Entwicklung, die nichts mit der Natur des Seins oder der Realität zu tun hat . . . Ruburt, ein Gegenbild von Seth, kann viele Dinge tun, die mich erstaunen – die ich in meiner Vergangenheit nicht getan habe. Meine Erinnerung enthält keine vorherbestimmte Vergangenheit, in der Ruburt existiert. Er kann Dinge tun, die sich in meiner Erinnerung an jene Existenz nicht ereignen und sich tatsächlich auch nicht ereignet haben . . .

Alle vergangenen und zukünftigen Leben spielen sich simultan ab. Sie sind so miteinander verbunden, wie es die Gliedmaßen eures physischen Körpers sind, und eure Gedanken fliegen von einem Leben zum anderen, so wie eine Botschaft die Nervenenden in eurem Körper überspringt und eurem Finger sagt, er soll sich durch die Luft bewegen.

Ich bin Tod und ich bin Leben, und das seid auch ihr. Und so lebt ihr all diese Leben gleichzeitig. Nun, ihr seid keines jener anderen Leben, und sie sind nicht ihr. Und doch sind sie alle in einer seelischen Gestalt miteinander verbunden, so wie alle Zellen eures Körpers miteinander verbunden sind.»

© Seth-Verlag, 2018